Der Traum vom Triple lebt! Nach dem Sieg im Supercup zogen die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart nun auch ins Pokal-Endspiel ein – durch einen 3:1-Sieg (25:15, 23:25, 28:26, 25:13) im Halbfinale beim Dresdner SC. Der Jubel des Teams, das sich nach dem Tod des Meister-Trainers Tore Aleksandersen seit einer Woche in einer emotionalen Ausnahmesituation befindet, war verbunden mit einer großen Erleichterung. „Die Mannschaft trauert, aber sie schafft es, auf dem Spielfeld alles reinzuwerfen. Chapeau!“, lobte Coach Konstantin Bitter. Und Sportdirektorin Kim Renkema meinte: „Ich bin stolz, wie wir die vergangene Woche überstanden haben.“
In Dresden spielten die Stuttgarterinnen mit Trauerflor – und einer Taktik, in die Dinge eingeflossen waren, die Bitter vor einiger Zeit mit Aleksandersen besprochen hatte. „Er hat uns begleitet“, sagte der MTV-Trainer, der mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein durfte: „In einigen Momenten haben wir es zu spannend gemacht. Doch wir haben uns aufgerappelt, das Spiel über den Kampf gewonnen.“
Nach einem starken ersten Satz hatten die Gäste im zweiten Durchgang, in denen ihnen zwölf vermeidbare Fehler unterliefen, die Kontrolle über die Partie verloren. Und im dritten Satz zeigte sich, wie eng es im Volleyball zugehen kann. Die Dresdnerinnen vergaben zwei Satzbälle, ehe der Durchgang mit 28:26 an Allianz MTV Stuttgart ging. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn wir diesen Satz gewonnen hätten“, meinte DSC-Kapitänin Jennifer Janiska, „wir sind sehr enttäuscht.“
Zuvor hatten die Gäste, deren Zuspielerin Britt Bongaerts als stärkste Akteurin der Partie ausgezeichnet wurde, den vierten Durchgang noch klarer dominiert als den Auftakt. „Es war ein Arbeitssieg, aber das ist in einem Pokal-Halbfinale total egal“, meinte Kim Renkema. Und Konstantin Bitter sagte: „Es war nur ein Schritt. Unser großes Ziel war nicht, ins Finale einzuziehen. Unser großes Ziel ist es, den Pott zu holen!“
Im Endspiel am 3. März geht es in Mannheim gegen den SC Potsdam, der sein Halbfinale 3:0 bei den Roten Raben Vilsbiburg gewann. „Natürlich wollen wir nun auch im Finale siegen“, sagte Kim Renkema, deren Team noch in der Nacht zurück nach Stuttgart reiste, um an diesem Freitag per Livestream die Beerdigung von Tore Aleksandersen verfolgen zu können, „aber jetzt freuen wir uns erstmal über den Sieg in Dresden.“ So gut das in diesen emotionalen Zeiten eben geht.