Volleyball-Trainer des TSV Flacht Blaubär Jonathan Zuber und die alte Liebe zum Fußball

Den Ball im Visier: Jonathan Zuber (vorn) hat sich beim TSV Flacht schnell zum Leistungsträger entwickelt. Foto: Andreas Gorr

Seit Jahresbeginn läuft der ehemalige Volleyballer für die Fußballer des TSV Flacht in der Kreisliga A auf. Nach langer Pause steigt er wieder ein und überzeugt die Verantwortlichen.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Es ist eine Rückkehr in doppelter Hinsicht. Jonathan Zuber lernte das Fußballspielen bei den A-Junioren der SKV Rutesheim, in den Annalen steht ein Bezirksliga-Kurzeinsatz für die zweite Mannschaft in der Saison 2016/17. Dort spielten in Jonas Arcalean (Lok Leipzig/Regionalliga) und Daniel Elfadli (Hamburger SV/Bundesliga) auch zwei Akteure, die es zu Höherem brachten. Für Jonathan Zuber ging die Fußball-Reise jedoch erstmal nicht weiter.

 

Der schon früh in Turnen und Leichtathletik ausgebildete Sportler vollzog einen Tapetenwechsel und versuchte sich im American Football bei den Stuttgart Scorpions. 2019 zog es ihn dann zu den Blaubären TSV Flacht, wo er bereits nach einem Jugendcamp 2008 im Volleyball ausgebildet wurde. Unter Trainer Nico Reinecke spielte er für die Volleyballer in der Verbands- und Oberliga. Parallel engagierte er sich ab 2021 als Nachwuchstrainer, zudem studierte er gymnasiales Lehramt für Englisch und natürlich Sport.

Fokus auf die Trainerkarriere

Als die Frauen der Blaubären 2023 den Schritt in die Zweite Liga Pro gingen, wurde Zuber Co-Trainer von Reinecke, dann 2025 von Manuel Hartmann in der Bundesliga. Im Sommer 2025 heiratete Zuber seine langjährige Partnerin Saskia Lenk, die für die Binder Blaubären TSV Flacht spielte und fortan seinen Nachnamen führt. Schon 2023 beendete er seine aktive Volleyball-Karriere und übernahm das Traineramt für die zweite Damenmannschaft der Blaubären TSV Flacht.

Zuber als Assistent von Nico Reinecke (li.) Foto: Andreas Gorr

Dann kam der 29. November 2025. Nach dem Heimspiel der Binder Blaubären wurde Saskia Zubers Geburtstag gefeiert, Jonathan Zuber kam mit Ken Geiger ins Gespräch. Der Sportliche Leiter der TSV-Fußballer war zuvor mit seinem Spieler Robin Schwenker alte Spielberichte durchgegangen und zufällig auf Zubers Namen gestoßen. TSV-Kicker Felix Grupp bestätigte Zubers sportliche Qualität, sodass Geiger den Kontakt suchte.

Ungewöhnliche Methoden: Wie Geiger Zuber überzeugte

Zuber stand der Idee einer Rückkehr in den Fußball grundsätzlich offen gegenüber, sodass Geiger mit Vollgas in die Offensive ging. „Zum Heimspiel gegen Dresden war ich einfach so frech und habe ein Anmeldeformular vom Fußball geschnappt und soweit ausgefüllt, wie ich es wusste. Beim Spiel habe ich es ihm zugesteckt“, erzählt Geiger. Der Mut wurde belohnt, zwei Tage später lag die unterschriebene Anmeldung vor.

Flachts Trainer Danny Konsek (li.) und Björn Wenninger bekommen mit Jonathan Zuber Verstärkung für die Rückrunde. Foto: Andreas Gorr

Eine Entscheidung, die sich für den TSV gelohnt hat. Seit Beginn der Rückrunde kam Zuber, vornehmlich als rechter Part der defensiven Dreierkette, in allen drei Ligaspielen zum Einsatz, er spielte zweimal durch und bereitete bei seinem ersten Auftritt gegen den SV Gebersheim direkt ein Tor vor.

Zuber (li.) räumt in der Abwehr auf. Foto: Andreas Gorr

„Die 90 Minuten sind nicht das Problem, aber man muss erstmal wieder reinkommen“, meinte Zuber nach dem Spiel, mit seiner Leistung im ersten Auftritt zeigte er sich zufrieden. Trotz der langen Auszeit fühlt er sich in seinem neuen Team wohl. „Ich wurde gut aufgenommen, die Mannschaft ist cool, man merkt, dass der Verein näher zusammenrückt“, schilderte der Winterneuzugang die ersten Eindrücke.

Die Verantwortlichen schwärmen von Jonathan Zuber

Ken Geiger ist begeistert: „So was habe ich noch nie erlebt, so lange raus vom Fußball und sofort auf den Punkt da. Nach einer Woche dachte man, er ist schon immer Leistungsträger in der Mannschaft.“ Nicht nur sportlich, auch charakterlich überzeugt Zuber auf ganzer Länge. „Joni ist ein sehr angenehmer Mensch, mit ihm kann man sich gut unterhalten, ein wahnsinnig cooler Typ“, schwärmt Geiger vom 27-Jährigen, den er als besonders kritikfähig und wissbegierig schätzt. Danny Konsek, Spielertrainer und Zubers Partner in der Abwehrkette, ist ebenfalls sehr angetan von seinem neuen Schützling: „Er hat sich so schnell eingefügt, schneller geht es kaum.“

Weitere Zukunft? Alle Seiten sind offen

Durch die lange Fußballpause hatte er nicht damit gerechnet, dass Zuber schnell zum wichtigen Spieler avancieren würde. Für Konsek besticht Zuber vor allem durch seine Athletik und sein „brutales Timing im Kopfball, das wird es wahrscheinlich vom Volleyball haben.“ Für Konsek und Geiger ist klar, dass sie gerne weiter mit Jonathan Zuber arbeiten wollen, auch er selbst ist dafür offen. Alte Liebe rostet eben nicht.

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