Rainer Krisch war die Euphorie förmlich anzuhören. „Wir sind jetzt oben dran und schieben uns auf Tabellenplatz vier“, meinte der Trainer der Verbandsliga-Volleyballerinnen von der SpVgg Holzgerlingen nach dem 3:0-Coup beim TSV Blaustein. Der Rückstand auf Rang zwei beträgt in einem extrem engen Feld nur noch zwei Punkte. „Die Mädels haben nach dieser super Leistung allen Grund zum Feiern.“
Dass sein Team heiß auf die Partie beim Titelkandidaten war, merkte der Coach schon im Abschlusstraining zwei Tage zuvor, als alle konzentriert und voller Spiellaune zu Werke gingen. Dennoch kam die Truppe vom Schönbuchrand, bei der Maya Schmid zwar wieder mitwirken konnte, die aber die Ausfälle von Marlena Lowak und Louisa Möbius kompensieren musste, schleppend ins Geschehen. Sie lief stets einem kleinen Rückstand hinterher.
TSV Blaustein hatte sich gut auf die SpVgg Holzgerlingen vorbereitet
„Man merkte, dass sich auch der Gegner gut vorbereitet hatte“, nickte Krisch. „Besonders deren Angriffsspiel über die Außenposition machte uns anfangs Probleme.“ Den Kopf steckte aber keiner seiner Schützlinge in den Sand, die Gäste arbeiteten sich rein, gingen beim 22:21 erstmals in Front und holten sich dank mentaler Stärke den ersten Abschnitt mit 25:23.
„Jetzt waren wir im Wettkampfmodus“, lobte der Coach vor allem die starken eigenen Angaben. Nur fünf Aufschlagfehler in der gesamten Begegnung sprechen eine deutliche Sprache. Offensiv kam von allen Positionen Druck. Außerdem stellte sich die SpVgg taktisch immer besser auf den TSV ein, der ebenfalls kämpferisch voll auf der Höhe agierte. „Die wollten auch gewinnen, hätten sie doch mit einem Sieg die Tabellenführung übernommen“, wusste Krisch.
Der zweite Durchgang verlief ganz ähnlich wie der erste. Holzgerlingen hatte beim 22:24 zwei Satzbälle gegen sich, doch dank der Aufschläge von Maya Schmid konnten diese abgewehrt und in eine eigene 25:24-Führung verwandelt werden. Der Siegeswille führte beim 27:25 zu einem weiteren Etappenerfolg.
„Meistens geht nach so einer mentalen Leistung über zwei Sätze der dritte dann weg, aber wir wollten es unbedingt und waren jetzt absolut in Fahrt“, schwärmte der Übungsleiter, dessen Mädels seine Anweisungen diszipliniert in die Tat umsetzten. „Jetzt hatte Blaustein gefühlt keine Chance mehr. Unsere Angriffe kamen mit Wucht. Unser Block entschärfte die gegnerischen Offensivaktionen.“ Beim abschließenden 25:14 brannte rein gar nichts mehr an. „Einfach klasse“, zeigten bei Krisch beide Daumen nach oben.