Volleyball Zweite Liga Pro Blaubären aus Flacht schreiben eine schwarze Null
Der Volleyball-Zweitligist TSV Flacht zieht eine durchweg positive Saisonbilanz und schreibt eine schwarze Null. Der Verein muss und will auf Wachstumskurs bleiben.
Der Volleyball-Zweitligist TSV Flacht zieht eine durchweg positive Saisonbilanz und schreibt eine schwarze Null. Der Verein muss und will auf Wachstumskurs bleiben.
Freude mit einem kleinen Dämpfer: Die Binder Blaubären des TSV Flacht haben die Saison in der Zweiten Liga Pro auf Platz sechs beendet – für die Verantwortlichen ein Erfolg, wenngleich der anvisierte fünfte Rang knapp verfehlt wurde. Es war ein kleiner Schuss Leitungswasser im Schampus, den Manager Michael Kaiser und der Sportdirektor Jan Lindenmair mitschlucken mussten.
„Unser Ziel war“, sagt Lindenmair im Rückblick, „zu zeigen, dass wir in dieser Liga angekommen sind. Das ist uns gelungen.“ Da fällt ein Widerspruch schwer, angebracht wäre er überdies nicht. Die Blaubären waren von null auf 100 als Neuling im Profi-Gewerbe in der Saison 2023/2024 in die Liga gestartet und hatten den Klassenverbleib denkbar knapp verpasst – der TSV Flacht profitierte von der Liga-Aufstockung und bleib so Pro-Zweitligist. In der zweiten Saison gelang es, sich im oberen Tabellendrittel zu etablieren. „Wir haben bewiesen, dass wir in dieser Liga mitspielen können“, sagt Lindenmair, „und das ist uns überragend gelungen.“
Sportliche Bilanz Mit Platz sechs bei 15 Siegen und elf Niederlagen zählten die Blaubären zu den Gegnern, die man nicht unterschätzen durfte – und die mit Ausnahme der absoluten Topteams, Meister Volleys Borken und Vizemeister Rote Raben Vilsbiburg, jeden Kontrahenten schlagen konnten. Für einen Verein, bei dem die Frauen in der Spielzeit 2022/2023 noch in der siebtklassigen Bezirksliga aufs Feld marschierten, eine geradezu kometenhafte Entwicklung – wenngleich dies freilich mit Spielerinnen erreicht wurde, die fast ausschließlich von höherklassigen Teams aus der Region rekrutiert wurden. Dass im Endspurt der Saison der Mannschaft „ein wenig die Luft ausgegangen ist“, wie Lindenmair beschreibt – es gab nur vier Punkte aus den letzten fünf Partien – trübt die positive Stimmung nur leicht. „Wir hatten gegen Ende auch einige Ausfälle zu verkraften“, sagt der 46-Jährige.
Wirtschaftliche Bilanz Dreimal war die Bärenhöhle mit 433 Zuschauern ausverkauft, der Schnitt bei den 13 Heimspielen liegt bei 365 Fans. „Wir hatten eine hervorragende Auslastung“, betont Manager Michael Kaiser, „wir sind mit den Zahlen sehr zufrieden.“ Der TSV hatte bei den Einnahmen aus Ticketverkäufen extrem vorsichtig kalkuliert und den Schnitt mit nur 200 Fans pro Heimspiel im Wirtschaftsplan taxiert. Über die Gesamtsaison schreibt der Verein eine schwarze Null in der Einnahmen/Ausgaben-Rechnung. „Wir werden nicht reich“, sagt Kaiser, „aber wir stehen finanziell solide da.“
Der 41 Jahre alte Manager bemängelt allerdings den Spielplan. Zwischen dem 2. November 2024 und dem 11. Januar 2025 hatten die Blaubären in acht Begegnungen siebenmal Heimrecht, zwischen dem 1. Februar und dem 8. März mussten sie dagegen bei sechs Partien fünfmal reisen. „Eine solche Ballung von Heimspielen ist ein Fiasko“, sagt Kaiser, „da wird es auch mit Marketing-Maßnahmen schwer, das Interesse der Fans hochzuhalten.“
Klar ist dem TSV Flacht, dass der Club nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich auf Wachstumskurs bleiben muss – nächste Saison spielen die Blaubären in der Bundesliga. „Wir haben Sponsoren dazugewonnen“, sagt Kaiser, „und viele der bestehenden Partner sind bereit, ihre Verträge zu verlängern.“ Die Blaubären scheinen auch für kommende Aufgaben gerüstet.