Volleyball Zweite Liga Pro Die Saison der Blaubären Flacht im Statistik-Check

Blaubärenstark: Angreiferin Frauke Neuhaus (re.) wurde 13-mal zur wertvollsten Spielerin des TSV Flacht gewählt. Foto: Andreas Gorr

Mit der Partie bei Bayer Leverkusen verabschieden sich die Volleyballerinnen des TSV Flacht aus der Zweiten Liga Pro. Das Team will Platz fünf erreichen.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Platz fünf. Dort würden sich die Binder Blaubären des TSV Flacht am Saisonende gerne in der Tabelle finden. Dafür gibt es zwei Voraussetzungen. Erstens: Das Team aus dem Heckengäu muss im Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen an diesem Samstag (20 Uhr) gewinnen. Zweitens: Der aktuelle Fünfte Nawaro Straubing muss beim feststehenden Meister Volleys Borken verlieren.

 

„Das ist beides denkbar“, sagt Trainer Nico Reinecke, „aber in Leverkusen wird es für uns nicht einfach.“ Platz fünf wäre ein schöner Knoten an eine Saison, in der sich die Blaubären im oberen Tabellendrittel festgebissen hatten – wegen einer Schwächephase mit nur drei Punkten aus den vergangenen vier Spielen jedoch auf Rang sechs gepurzelt sind. „Egal, wo wir am Ende landen“, sagt Reinecke, „die Saison war erfolgreich.“

Das Spiel in Leverkusen markiert überdies den Abschied der Blaubären aus der Zweiten Liga Pro, die den möglichen Paketaufstieg gegriffen haben und in der nächsten Saison in der Bundesliga antreten. Ein Grund, eine kleine Saisonbilanz zu ziehen.

Die wertvollste Spielerin Die Meinungen gehen kaum auseinander, was die wertvollste Spielerin der Blaubären betrifft: Frauke Neuhaus. Unvergessen der Kommentar des Hallensprechers in Grimma: „Immer wenn die Flachterinnen nicht mehr weiter wissen, spielen sie Neuhaus an – und die richtet es!“ Die Angreiferin wurde 13-mal zur sogenannten MVP gekürt, das ist in den 25 gespielten Begegnungen mehr als alle anderen Teamkolleginnen zusammen. Auf Platz zwei der Flachter MVP-Wertung liegt Zuspielerin Julie Teso, die auf vier Nominierungen kommt, gefolgt von Kapitänin Julia Cedeno (3) und Aufschlag-Ass Marie-Christin Werner (2). Je einmal wurde Pauline Kemper, Saskia Lenk und Hanne Binkau die MVP-Ehre zuteil.

Das längste Match Spitzenreiter ist das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, in dem 122 Minuten lang gebaggert, gepritscht und geschmettert wurde. Am Ende siegte der TSV mit 3:2. Nur eine Minute kürzer war die hart umkämpfte Partie bei Snowtrex Köln, wo die Blaubären jedoch 2:3 unterlagen.

Der kürzeste Prozess Beim 3:0-Erfolg bei VCO Dresden fertigten die TSV-Frauen die Gastgeberinnen in nur 62 Minuten ab. Nicht viel besser erging es ihnen selbst beim 0:3 im Heimspiel gegen Borken – das niederschmetternde Endergebnis war nach 66 Minuten perfekt. Auch der 3:0-Erfolg der Blaubären bei Schlusslicht SSC Freisen war nach 66 Minuten unter Dach und Fach. In diesem Match wurden lediglich 124 Punkte gespielt. So wenig wie sonst nie bei den Blaubären.

Die meisten Fans Vor größter Kulisse spielten die Frauen aus Flacht in Vilsbiburg – 542 Zuschauer sahen den 3:0-Triumph der Roten Raben, der kurz darauf wegen eines Verstoßes gegen die Spielerstatuten in ein 3:0 für Flacht umgewandelt wurde. Platz zwei belegt die Partie in Borken, bei der 473 Menschen zusahen und es für die Gäste eine 1:3-Niederlage gab.

Bärenhöhle ausverkauft Dreimal in dieser Saison war die Heckengäusporthalle mit 433 Zuschauern restlos ausverkauft – gegen Berlin, gegen Borken und gegen Hamburg. Die Begegnung gegen den VfL Oythe stellt den Negativrekord bei den Heimspielen dar, gegen den Aufsteiger kamen lediglich 302 Fans in die Halle – und sahen ein demütigendes 0:3 für die Blaubären. Der Zuschauerschnitt beträgt 365 verkaufte Tickets bei den 13 Heimspielen. Insgesamt pilgerten kumuliert 4744 Menschen in die Bärenhöhle.

Fast leere Ränge Zweimal spielte das Team aus dem Heckengäu vor weniger als 100 Fans. Bei der 2:3-Niederlage in Köln schauten gerademal 50 Volleyball-Interessierte zu, beim 3:1-Erfolg beim Mitaufsteiger ETV Hamburg waren es 81 Menschen, die sich in der hanseatischen Halle verloren.

Das 90-Minuten-Team Im Schnitt dauerte eine Partie der Blaubären 90,8 Minuten. Daheim hatte die Mannschaft es eiliger als auswärts: In der Heckengäusporthalle war ein Match im Schnitt bereits nach 86 Minuten beendet, in der Fremde dagegen erst nach durchschnittlich 96 Minuten.

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