Vom TSV Eltingen zur TSG Hoffenheim Luca Philipp will sich in der Bundesliga etablieren

Torhüter Luca Philipp sicherte Hoffenheim beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart seiner Mannschaft einen Punkt. Foto: IMAGO/Robin Rudel

Der in Eltingen aufgewachsene Luca Philipp ist Profi-Torwart bei Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim. Zuletzt machte der 24-Jährige mit starken Leistungen auf sich aufmerksam.

Wenn in den Medien von spektakulären Glanzparaden die Rede ist, die den Gegner zur Weißglut trieben und letztendlich das Unentschieden im Duell mit dem Favoriten sicherten, dann hat man als Torhüter einiges richtiggemacht. So geschehen am 23. Februar, als Luca Philipp in seinem fünften Bundesligaspiel für die TSG Hoffenheim im baden-württembergischen Derby mit dem VfB Stuttgart über sich hinauswuchs und es nach dem 1:1 von vielen Seiten Lobeshymnen hagelte.

 

Aufgewachsen in Eltingen, ist der heute 24-jährige Luca Philipp in der großen Fußballwelt angekommen – und hat reichlich Lust auf mehr. Das gute Ballgefühl bekam Luca Philipp in die Wiege gelegt – die Mutter spielte viele Jahre Tischtennis, der Vater Volleyball. „Und ich versuchte mich in ganz jungen Jahren erst einmal als Stürmer“, erinnert sich Luca Philipp noch gut. Den Weg ins Tor fand er bei einem Hallenturnier, wo es dem TSV Eltingen an entsprechendem Personal mangelte. „Ich habe meine Sache beim ersten Mal wohl ganz gut gemacht“, sagt er mit einem Lächeln. Und es fallen ihm viele Namen ein, wenn man ihn nach seinen Förderern und Unterstützern aus Anfangszeiten befragt. Einen herausgreifen will er nicht. „Das wäre unfair, viele hatten ihren Anteil“, betont der Jung-Profi.

In der U 14 bei der TSG Hoffenheim

Bereits in der U 12/U 13 spielte Luca Philipp für den SGV Freiberg, über dessen Torwarttrainer die Verbindung zu Michael Rechner zustande kam. Rechner zeichnete sich schon damals für die Torspieler der TSG Hoffenheim zuständig, formte großartige Schlussmänner wie Koen Casteels oder Gregor Kobel. „Nach mehreren Probetrainings entschied ich mich damals mit meinen Eltern für einen Wechsel zur U 14 der TSG“, blickt Luca Philipp zurück.

Fortan durchlief er alle Jugendmannschaften, wurde in der Saison 2017/2018 Meister mit den A-Junioren in der Bundesliga Süd/Südwest und feierte im Jahr 2019 Premiere im Hoffenheimer Regionalliga-Team. Ein Jahr später erhielt Philipp, der mittlerweile auf 54 Regionalliga-Einsätze zurückblickt, einen Profivertrag, feierte sein Debüt in der ersten Mannschaft im DFB-Pokal, wo er bei den Würzburger Kickers gleich im Elfmeterschießen gefordert war (5:3).

Erster Profi-Einsatz gegen Eintracht Frankfurt

Als die Hoffenheimer Nummer eins, Nationaltorwart Oliver Baumann, zuletzt verletzungsbedingt ausfiel, schlug die Stunde von Luca Philipp. Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte er beim 2:2 gegen die Frankfurter Eintracht. „Da ging definitiv ein Traum in Erfüllung, darauf habe ich all die Jahre hingearbeitet“, sagt Philipp nicht ohne Stolz. Die weiteren Einsätze im Oberhaus kamen einem Wechselbad gleich: So folgte einem 0:4 zuhause gegen Union Berlin („Eine ganz bittere Niederlage, bei der ich letztendlich nichts ausrichten konnte“) ein 3:1-Auswärtssieg in Bremen, zwischendurch verabschiedete er sich mit der TSG trotz des 4:3-Siegs beim RSC Anderlecht aus der Europa League. Dort, wie auch schon beim 2:3 gegen Tottenham Hotspur, saß übrigens sein 19-jähriger Bruder Tim auf der Ersatzbank. Ob er sich einmal vorstellen könne, dass die Brüder Philipp die Nummern eins und zwei im Bundesligateam der TSG sein werden? „Sag niemals nie“, antwortet er prägnant.

Philipps fünftes Bundesligaspiel war zugleich sein bislang bestes, reihenweise vereitelte der 24-Jährige Großchancen der Kicker des VfB Stuttgart. „Mein großes Ziel ist es, die Nummer eins im Verein zu sein“, sagt der gebürtige Stuttgarter. In welchem, ist aktuell noch offen, Philipps Vertrag läuft Ende Juni aus.

Zukunft bei der TSG ist ungewiss

Handelt es sich dabei nach mittlerweile zwölf Jahren bei den Kraichgauern lediglich um eine Formalität? „Ich kam zuletzt öfter zum Einsatz und habe definitiv Lust auf mehr“, gibt er sich mit seinem Reservistendasein auf Dauer nicht zufrieden. Zumal er mit 24 Jahren in einem Alter ist, in dem Spielpraxis für die Weiterentwicklung elementar ist. „Die Gespräche laufen, wir haben da ein recht offenes Verhältnis“, lässt Philipp nichts über den Verein kommen. Lässt aber auch offen, ob die Zusammenarbeit über diese Saison hinausgeht.

Genauso positiv bewertet er das Verhältnis zu Nationaltorhüter Oliver Baumann, mit dem er täglich gemeinsam trainiert und von dem er sich einiges abgeschaut hat. „Wir pushen uns gegenseitig und verfolgen gemeinsam das Ziel, den Klassenerhalt baldmöglichst einzutüten.“ Dass dieser gelinge, daran hege er keine Zweifel, trotz der bisher unruhigen Saison der Hoffenheimer.

Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sich vor allem während eines Spiels im allseits zitierten Tunnel von nichts aus der Ruhe bringen zu lassen, das sei generell die Kunst im Bundesligabusiness. „Die Gefühlslage vor einem Bundesligaspiel ist schon eine besondere, vor allem natürlich als Newcomer“, sagt Luca Philipp, „das erste Heimspiel gegen Frankfurt vor ausverkauftem Haus war schon krass. Aber spätestens nach dem Warm-Up gilt der Fokus dem Spiel und der eigenen Leistung.“

Den langen und steinigen Weg ins deutsche Fußball-Oberhaus hat Luca Philipp seit dem Start beim TSV Eltingen geschafft, nun sollen die nächsten Schritte folgen. „Ich werde weiter hart an mir arbeiten, um zu einem festen Bestandteil der Liga zu werden.“

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