Von Stuttgart 21 zu Google S21-Architekten sollen Google-Gebäude bauen

Von Marc Hippler 

Google hat sich für seine neue Zentrale gezielt an das Architekturbüro Ingenhoven gewandt. Baubeginn soll im nächsten jahr sein.

Christoph Ingenhoven ist wegen seines Entwurfs für den Tiefbahnhofs teilweise umstritten, Google ist von der Arbeit des Büros offenbar überzeugt. Quelle: dpa 3 Bilder
Christoph Ingenhoven ist wegen seines Entwurfs für den Tiefbahnhofs teilweise umstritten, Google ist von der Arbeit des Büros offenbar überzeugt. Quelle: dpa

Stuttgart/Düsseldorf - Seit Mittwochmorgen darf das Architekturbüro Ingenhoven in Düsseldorf offiziell bestätigen: Ja, wir bauen für Google. Bereits einen Tag zuvor hatten amerikanische Medien, unter anderem MercuryNews.com und die Huffington Post berichtet, dass der Internetkonzern zum ersten Mal in seiner Geschichte ein eigenes Bürogebäude im Hauptquartier im kalifornischen Mountain View bauen lassen will. Bislang hatte Google bereits fertige Büroräume gemietet oder gekauft. Weil die Firma weiter kräftig wächst, braucht sie mehr Platz. Allein seit Ende 2009 kamen 6500 neue Mitarbeiter hinzu.

Den Berichten zufolge sollen die neuen Büros hochmodern und vor allem umweltfreundlich werden, ein fast zehn Hektar großes Grundstück habe Google für rund 30 Millionen Dollar bereits gepachtet, eine der höchsten Summen, die in Mountain View jemals für Grundstücke investiert wurden. Auf Ingenhoven sei die Wahl gefallen, weil das Architekturbüro für seine preisgekrönten Projekte "von Sydney bis Stuttgart" bekannt sei. "Wir haben sie gebeten, das grünste und umweltfreundlichste Gebäude, das möglich ist, zu bauen", wird ein Google-Sprecher zitiert. Das neue Gebäude soll Googles Büroflächen in der Stadt um rund 60.000 Quadratmeter erweitern. Der Konzern belegt bereits 65 Gebäude in Mountain View.

Das Gebäude muss Maßstäbe setzen

Im Büro Ingenhoven in Düsseldorf ist die Freude riesig. Auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung bestätigt man den Auftrag aus Kalifornien, bis Mittwochfrüh habe man nicht darüber sprechen dürfen. Die Aufgabe für die Architekten, die auch den Tiefbahnhof für das Bahnprojekt Stuttgart 21 entworfen haben, scheint gewaltig. Immerhin gilt Google weltweit als Speerspitze der Technologieunternehmen. Dem soll das erste eigene Google-Gebäude in nichts nachstehen, es muss Maßstäbe setzen. Einen Wettbewerb hat es nach StZ-Informationen im Vorfeld nicht gegeben, Google hat sich offenbar gezielt an das Büro Ingenhoven Architects gewandt, der Kontakt kam über eine amerikanische Niederlassung der Düsseldorfer zustande. Die Entwürfe werden in Deutschland gemacht, es ist das erste Projekt des Büros in den USA.

Weil es keine offizielle Ausschreibung von Google gab, ist noch nichts Konkretes zu den Entwürfen bekannt. Auch ist offenbar noch offen, ob es um ein oder um mehrere neue Gebäude auf dem Google-Campus gehen wird. Klar ist hingegen, dass in den neuen Räumen das Herz von Google schlagen soll. Denn neben der Konzernspitze wird darin auch die Entwicklungs- und Forschungsabteilung der Kalifornier beheimatet sein. 2500 bis 3000 Menschen sollen in der neuen Zentrale arbeiten.

Schon im nächsten Jahr ist Baubeginn in Mountain View. Das Volumen der Investition und Termin der Fertigstellung: noch offen.


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