Von Tönen bis smarten Bettdecken Helfen Apps beim Einschlafen?

Smarte Bettdecken sollen für die richtige Temperatur und Belüftung im Bett sorgen. Foto: picture alliance/dpa

Auf dem Markt gibt es viele Geräte und Anwendungen, die zu mehr Schlaf verhelfen wollen. Was bringen sie?

Stuttgart - Für manche ist es der letzte Blick in die beruflichen E-Mails kurz vorm Schlafengehen, und schon beginnt sich im Kopf das Gedankenkarussell zu drehen, anderen ist es zu warm oder zu kalt, die Matratze zu weich oder das Kissen zu ungemütlich: Nicht einschlafen zu können ist eine Qual. Wer hingegen ausreichend lang und tief schläft, fühlt sich fitter, schont den Blutdruck und ist ausgeglichener.

 

Analyse des Schlafverhaltens

Ein erster Schritt zum erholsameren Schlaf kann die Analyse des Schlafverhaltens sein. Smartwatches und Fitnesstracker, die am Handgelenk getragen werden, sollen nachvollziehen können, wie lange man zum Einschlafen braucht, wann es Wachphasen gegeben hat und wie sich Leichtschlaf-, Tiefschlaf- und REM-Phasen abgewechselt haben. Manche Apps geben zusätzliche Tipps, wie sich die Schlafqualität verbessern lässt – etwa, indem man sich eine feste Uhrzeit fürs Zubettgehen und Aufstehen setzt.

Wen Uhren und andere technische Geräte am Körper stören, der kann es mit smarten Matratzenauflagen oder Matten versuchen, die unter die Matratze gelegt werden. Deren integrierte Sensoren messen unter anderem Bewegungen und Schlafmuster der schlafwilligen Person, aber auch äußerliche Einflüsse wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit und Lärmbelästigung.

(Aus dem Plus-Angebot: Wann Männer und Frauen besser getrennt schlafen sollten)

Meditative Geräusche

Viele Menschen schwören zudem auf Musik zum Einschlafen, auch meditative Geräusche aus der Natur helfen nachweislich zu entspannen. Ganz bestimmte Töne, sogenannte Binaurale Frequenzen, sind in der Lage, die Gehirnwellen zu stimulieren und so unter anderem Schlaf zu fördern. Wer bei Youtube oder Streamingdiensten „Binaurale Beats“ eingibt, wird schnell fündig. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sollten die Klänge direkt am Ohr abgespielt werden – am besten über Kopfhörer. Alternativ gibt es Soundkissen mit winzigen integrierten Lautsprechern, die schlaffördernde Geräusche ganz nah am Ohr abspielen.

Rotes Licht

Auch das Licht spielt beim Einschlafen eine wichtige Rolle. Wer Laptop oder Smartphone mit ins Bett nimmt, um E-Mails zu checken oder im Internet zu surfen, wird vom bläulichen Licht des Bildschirms wach gehalten. Dagegen haben smarte Lampen ein Rezept: Zum Einschlafen erstrahlen sie in rotem Licht mit bestimmten Wellenlängen, die das körpereigene Schlafhormon Melatonin stimulieren und müde machen. Am nächsten Morgen verändert sich die Farbe des Lichts ins Bläuliche und simuliert so die Morgendämmerung.

Smarte Bettdecken

Ist die Bettdecke zu warm, die Füße zu kalt? Smarte Bettdecken sollen sich dieses Problems annehmen. Dafür wird zwischen Federbett und Bezug eine zusätzliche Lage mit Luftkammern gelegt. Über die Smartphone-App wird gesteuert, ob warme oder kalte Luft durch die Kammern strömen soll. Zusätzlich regelt eine gezielte Luftzufuhr, dass sich die Bettdecke morgens nach dem Aufstehen selbst ausbreitet und in Form bringt – wie von Hand geschüttelt.

Ganz ohne App, aber nicht weniger smart kommt die Gewichtsdecke daher. Sie ist gefüllt mit Tausenden winzigen Glasperlen, die leichten Druck auf Muskulatur und Nervensystem ausüben. Das wiederum fördert die Ausschüttung von Melatonin und dem Glückshormon Serotonin. Vorrangig entwickelt für Therapiezwecke, kann die Decke bei Schlafstörungen, Unruhe, Downsyndrom oder Autismus helfen.

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