Von Zeit zu Zeit: Solitude-Rennstrecke 1965 kam das Aus – aus Sicherheitsgründen

Von Hans Kilgus 

Auch danach wurden auf der Solitude noch viele große Rennen ausgetragen, konnten Hunderttausende von Zuschauern die Fahrkünste so berühmter Piloten wie Jack Brabham, Jim Clark, John Surtees, Graham Hill, Joakim Bönnieg, Dan Gurney, Stirling Moss, Graf Berghe von Trips, Gerhard Mitter oder Hans Herrmann bewundern. Fast immer lag die Zuschauerzahl weit jenseits der 200.000er-Grenze.

Dennoch schlug 1965 die letzte Stunde für das Solituderennen vor den Toren Stuttgarts. Mit der Begründung, die Sicherheitsan­forderungen seien nach den neuesten Bestimmungen nicht mehr ausreichend, überdies gäbe es keine genügende Anzahl von Sicherheitszonen, wurde das Rennen für 1966 vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg nicht mehr genehmigt.

Zwar versuchte der Motorsportclub Stuttgart die Solitude-Tradition mit einem gleichnamigen Rennen in Hockenheim später wieder aufleben zu lassen, doch war diesem Abklatsch nur ein bescheidener Erfolg beschieden.

Wer weiß, vielleicht würde der Große Preis von Deutschland nicht in Hockenheim, sondern auf der Solitude ausgetragen, wäre diese traditionsreiche Rennstrecke 1965 nicht stillgelegt, sondern weiter ausgebaut und den Sicherheitsbes­timmungen angepasst worden. Reizvoller und fahrerisch anspruchsvoller als der Hockenheimring wäre sie allemal.“

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