Die Blues-Sängerin Janis Joplin war eine der prägenden Stimmen der Hippie-Ära. Zu ihrem 50. Todestag am 4. Oktober haben wir fünf ihrer schönsten Songs ausgesucht.

Kultur: Bernd Haasis (ha)

Stuttgart - Janis Joplin ist 1967 beim Monterey Festival aufgetreten, der Mutter aller großen Musikfestivals, und sie war 1969 in Woodstock dabei. Am 4. Oktober 1970 starb sie nur 16 Tage nach Jimi Hendrix an einer Überdosis Drogen. Sie war wie er 27 und ist damit eine Mitbegründerin des unheiligen „Clubs 27“, zu dem auch Jim Morrison (1971), Curt Cobain (1994) und Amy Winehouse (2011) gezählt werden. Die stimmgewaltige Janis Joplin schrieb nicht alle ihre Songs selbst, aber die Hippie-Frau aus San Francisco interpretierte auch Fremdkompositionen auf einzigartige Weise. Hier eine Auswahl:

1. Me and Bobby McGee

Kris Kristofferson schrieb diesen Song unter dem Eindruck von Federico Fellinis Film „La Strada“ über eine Frau namens Roberta und verwendete die Abkürzung Bobby, die auch für den Männernamen Robert funktioniert. Janis Joplin legte ihr ganzes Herz in diesen Song, der erst nach ihrem Tod 1971 veröffentlicht wurde. Besonders berührend: der improvisierte „Ladada“-Teil am Schluss.

2. Mercedes Benz

In Stuttgart-Untertürkheim rieb man sich wahrscheinlich verwundert die Ohren, als dieser selbst verfasste A-cappella-Song 1971 im Radio auftauchte – in der Nachkriegszeit war der Mercedes in Hollywood lange das Auto der Film-Bösewichte. Bei näherem Hinhören wird freilich klar, dass der Song sich gegen den Konsumwahn richtet. Janis Joplin nahm den Song am 1. Oktober 1970 auf – drei Tage vor ihrem Tod.

3. Piece of my Heart

Janis Joplin war die zweite Sängerin nach Erma Franklin, die diese Soul-Nummer 1968 einsang, damals noch mit der Band Big Brother and the Holding Company – und ihr fulminanter Vortrag machte den Song zu einem Hit. Wer genau hinhört, kann hier schon die Sehnsucht einer Frau heraushören, die sich mitunter einsam fühlte im Rockzirkus der späten 60er Jahre.

4. Summertime

Viele Sängerinnen haben sich schon an diesem Song aus der Gershwin-Oper „Porgy & Bess“ versucht – aber die heisere Intensität, mit der Janis Joplin ihn singt, ist außergewöhnlich. Im Netz tauchen immer wieder Live-Aufnahmen auf, von denen behauptet wird, Jimi Hendrix habe mitgespielt. Dafür gibt es keine Beweise – man weiß nur, dass sie sich kannten und mochten und beide beim Festival in Monterey zu Stars wurden.

5. Kozmic Blues

Diesen selbst verfassten Blues sang Janis Joplin auch in Woodstock. Sie selbst war mit dem Auftritt so unzufrieden, dass er auf ihren eigenen Wunsch nicht im Film und auf dem Album zum Festival erscheint. Die Aufnahme des einfühlsamen „Kozmic Blues“ aber wurde in Fankreisen bald sehr beliebt und später auch Teil der Compilation „Essential Joplin“.

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