Nach der Wahl ist in Schorndorf in diesem Jahr auch unmittelbar vor der Wahl. Im Mai wird der Gemeinderat neu bestimmt, bereits im Juli geht es um den Chefposten im Rathaus.

Schorndorf - Es kommt nicht allzu oft vor, dass in Städten und Gemeinden die Rathauschefs und das Kommunalparlament im gleichen Jahr bestimmt werden. In Schorndorf treffen diesmal der Fünf-Jahres-Zyklus der Kommunalwahl mit dem Acht-Jahres-Zyklus der Oberbürgermeisterwahl zusammen. Der Rathauschef wird am 6. Juli bestimmt. Das war in den vergangen Gemeinderatssitzungen durchaus spürbar, denn so viel Geld haben die Stadträte für Bauprojekte schon lange nicht mehr bewilligt: Mehr als 30 Millionen Euro wird nach Angaben von Oberbürgermeister Matthias Klopfer der Umbau der Schullandschaft kosten, unter anderem durch den Neubau des Burggymnasiums sowie einer Mensa im Schulzentrum Grauhalde.

 

Vorzeigeprojekt Sportpark Rems

Knapp sieben Millionen Euro fließen zudem, auf mehrere Bauabschnitte verteilt, in den Sportpark Rems, das Vorzeigeprojekt der Stadt für die interkommunale Gartenschau im Jahr 2019. An diesen Grundpfeilern der mittelfristigen Finanzplanung wird der künftige Gemeinderat wenig rütteln können: Die Grundsatzbeschlüsse sind bereits gefasst. Allenfalls der Feinschliff und die zeitliche Einordnung der Bauprojekte können noch verändert werden. Vielleicht wird dies nötig sein, denn mit den sprudelnden Steuereinnahmen könnte es bald vorbei sein. Die Gewerbesteuereinnahmen seien bereits leicht rückläufig, teilte der Oberbürgermeister unlängst mit und beeilte sich hinzuzufügen, dass der Kämmereihaushalt dieses Jahr schuldenfrei bleiben wird. Laut der Finanzplanung werden die Schulden der Stadt 2015 jedoch auf 9,1 Millionen Euro klettern und im Jahr 2017 den stolzen Stand von 19,1 Millionen Euro erreichen.

Bald ist aber wohl wieder Sparen angesagt

Für den künftigen Gemeinderat wird es daher wieder darum gehen, sich auf die Tugend der Sparsamkeit zu besinnen. Gut möglich, dass sich Hausbesitzer und Gewerbetreibende nicht auf Dauer an der Absenkung der Grund- und Gewerbesteuern werden freuen können, welche eine Mehrheit von CDU und FDP/Freie Wähler im Jahr 2012 durchgesetzt hatten.

Auf den Wahllisten sieht man viele bekannte Gesichter, allerdings könnte der künftige Gemeinderat weiblicher werden. Die Schorndorfer CDU hat die Hälfte der Listenplätze Frauen überlassen, offiziell nennt die Partei dies „Reißverschluss“. Bei den Grünen fehlt die Landtagsabgeordnete Petra Häffner, die sich bei der Nominierung nicht durchsetzen konnte. An ihrer Stelle führt Andrea Sieber die Liste an, die Kandidatin der Schorndorfer Grünen bei der jüngsten Bundestagswahl.

Ob sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer mit Mitbewerbern auseinandersetzten muss, entscheidet sich bis zum Dienstag, 10 Juni, um 18 Uhr. Dann endet die Bewerberfrist für die OB-Wahl.