Die grüne Ein-Mann-Fraktion scheidet aus, die SPD tritt nach längerer Zeit wieder alleine an: Im neuen Sulzbacher Gemeinderat wird es auf jeden Fall Veränderungen geben. Nur eins bleibt wohl, wie es ist: Neben dem Bürgermeister nimmt der Stimmenkönig Platz – ganz gleich welcher Partei er angehört

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Sulzbach - Parteizugehörigkeit spielt für das Gemeinderatsgremium in Sulzbach an der Murr seit je her keine Rolle – zumindest was die wörtlich verstandene Sitzverteilung betrifft. Im Saal im örtlichen Rathaus nimmt neben dem Bürgermeister traditionsgemäß der Stimmenkönig der jüngsten Wahl Platz, und auch daneben setzt sich das Prinzip jeweils in abgestufter Form fort. Dieter Zahn, der schon seit 1992 Schultes der 5300 Einwohner zählenden, aber mehr als 40 Quadratkilometer großen Kommune ist, hat das Prinzip bei seinem Amtsantritt übernommen. „Wann genau es eingeführt worden ist, weiß ich nicht. Aber ich finde es gut“, sagt Zahn. Signalisiere die gemischte Sitzordnung doch, dass hier nach Sachthemen abgestimmt werde und nicht nach der Vorgabe eines Fraktionsvorsitzenden.

 

Die Grünen treten nicht mehr an

Im aktuellen Rat hat eine Listengemeinschaft von CDU und Freien Wählern zurzeit die knappe Mehrheit, dicht gefolgt von den Unabhängigen Bürgern. Die Grünen werden im neuen Gremium nicht mehr vertreten sein, die Ein-Mann-Fraktion Erwin Klug tritt nach 15 Jahren nicht mehr an. Auch der Stellvertreter des Bürgermeisters Jürgen Bartels, will nach 20 Jahren im Rat Jüngeren Platz machen. Das freilich hat für seine Partei, die CDU , nicht ganz so gravierende Auswirkungen, da diese über ein ungleich größeres Potenzial an Nachrückern verfügt.

Nach einer Legislaturperiode Pause will hingegen die SPD wieder im Rat mitmischen. Diesmal als eigenständige Liste, in der Periode bis 2009 hatte man sich die Bewerberkreuzchen noch mit den Grünen und der Offenen Liste geteilt.

Sporthallenerweiterung und Wasserkonzept auf der Agenda

Obgleich viele Entscheidungen bereits von dem aktuellen Gremium angestoßen und die meisten Hausaufgaben gemacht worden seien, werde dem neuen Rat die Arbeit nicht ausgehen, sagt der Bürgermeister. Auf der Großprojekt-Agenda stünden etwa die Erweiterung der Sporthalle um ein weiteres Spielfeld und der Hochwasserschutz im Fischbachtal. Zudem sei die 1978 gebaute Kläranlage in die Jahre gekommen und müsse saniert werden. Ebenso warte das im vergangenen Jahr erstellte Konzept der Frischwasserversorgung auf die Umsetzung. Über die Themen herrsche im Rat weitgehend Einigkeit, sagt Dieter Zahn, der nicht glaubt, dass dies im neuen Gremium grundsätzlich anders sein werde. Allerdings müsse man sich in der finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Kommune immer wieder Gedanken machen, welche Prioritäten gesetzt werden sollen.