Vor WM-Qualifikationsspiel gegen Island Positiver Coronatest bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

Jogi Löw muss nach dem positiven Corona-Test von Jonas Hofmann eventuell nachnominieren. (Archivbild) Foto: dpa/Arne Dedert
Jogi Löw muss nach dem positiven Corona-Test von Jonas Hofmann eventuell nachnominieren. (Archivbild) Foto: dpa/Arne Dedert

Kurz vor dem Start in die WM-Qualifikation gibt es beim DFB-Team mit dem Gladbacher Hofmann erstmals einen positiv getesteten Spieler. Auch der Leipziger Halstenberg muss als Kontaktperson in Quarantäne. Trotzdem gab es grünes Licht für das erste Länderspiel im EM-Jahr.

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Düsseldorf - Kurz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island ist das Coronavirus auch in die zuvor sichere Blase der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eingedrungen. Jonas Hofmann von Borussia Mönchengladbach und Marcel Halstenberg von RB Leipzig mussten sich nach einem positiven Corona-Test beim DFB-Team in Quarantäne begeben.

„Neben dem positiv auf Covid-19 getesteten Nationalspieler Jonas Hofmann muss auf Anweisung des Gesundheitsamts Düsseldorf zusätzlich noch Marcel Halstenberg, der im Rahmen der Kontaktverfolgung als Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft wurde, im Quartier des DFB-Teams in Quarantäne“, heißt es in einer DFB-Mitteilung am Donnerstag. Ein PCR-Test am Tag vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island war beim DFB-Team positiv ausgefallen. Beide Profis werden nun nach der Rückkehr in ihre Heimatorte isoliert.

Weitere Tests am Donnerstag erneut negativ

„Alle weiteren Spieler sowie das Team hinter dem Team wurden am Donnerstag erneut negativ getestet“, heißt es in der DFB-Mitteilung. Die medizinische Abteilung des DFB hatte nach Bekanntwerden des positiven Resultats rund neun Stunden vor dem geplanten Anpfiff des Island-Spiels eine neue Reihe von Antigen-Schnelltests bei allen Spielern, dem Trainerstab und dem gesamte Betreuerteam vorgenommen. Das erste Länderspiel des Jahres 2021 kann somit am Donnerstag um 20.45 Uhr in Duisburg angepfiffen werden.

Der 28 Jahre alte Mönchengladbacher Hofmann und der ein Jahr ältere RB-Profi Halstenberg stehen auch für die folgenden WM-Ausscheidungsspiele am Sonntag in Bukarest gegen Rumänien und drei Tage später wieder in Duisburg gegen Nordmazedonien nicht zur Verfügung. Hofmann sei „aktuell symptomfrei“, teilte der Verband mit. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über den Corona-Fall berichtet.

„Nach aktuellem Stand wird das Spiel gegen Island definitiv stattfinden“, sagte DFB-Sprecher Jens Grittner der Deutschen Presse-Agentur. Der Verband steht in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden. Nach einer Kontaktermittlung ging man davon aus, dass es „maximal eine Kontaktperson K1“, also ersten Grades, gibt. Dabei handelt es sich um Abwehrspieler Halstenberg.

Löw muss womöglich nachnominieren

Bundestrainer Joachim Löw muss nun alle drei Qualifikationsspiele mit nur noch 23 Akteuren angehen, darunter 19 Feldspielern. Zumindest gegen Island reduzierte sich diese Zahl noch um die angeschlagenen Defensivakteure Niklas Süle und Robin Gosens. Womöglich muss Löw nun nachnominieren.

„Diese Nachricht ist natürlich so kurz vor dem Spiel bitter - für die Trainer und die gesamte Mannschaft“, äußerte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. „Aber wir sind guter Dinge, dass es bei diesem einzigen Fall bleiben wird, da wir bislang alle Hygienemaßnahmen sehr diszipliniert durchgeführt haben. Selbstverständlich werden wir sämtliche Vorgaben der Behörden umsetzen“, sagte der 52-Jährige.

Grittner verwies auf vorbereitete Abläufe für eine solche Situation: „Es gibt feste Abläufe und Abstimmungen. Es gibt keine Hektik. Das läuft unaufgeregt“, sagte der Nationalmannschafts-Sprecher. Die Vorbereitungen auf das Spiel sollten wie geplant fortgesetzt werden.

Bei der Anreise ins DFB-Quartier am Montag mussten alle Nationalspieler einen negativen Test vorweisen. Die Trainer und Betreuer waren vorab sogar zweimal getestet worden. Seit der Zusammenkunft gab es für jedes Mitglied in der DFB-Blase zwei weitere PCR-Tests sowie einen Antigen-Schnelltest.

Noch kein Corona-Fall bei Nationalelf bei Länderspielen

Bei den bislang acht ausgetragenen Länderspielen während der Virus-Pandemie hatte es bei der Nationalelf keinen Corona-Fall gegeben. Das 3:1 in der Nations League gegen die Ukraine Mitte November in Leipzig konnte trotz mehrerer positiver Testergebnisse beim Gegner ausgetragen werden.

Bierhoff hatte bei der Zusammenkunft in Düsseldorf nochmals auf die strengen und sogar im Vergleich zu den Länderspielen im vergangenen Herbst weiter verschärften Schutzmaßnahmen hingewiesen. „Ich hoffe, dass wir wie im letzten Jahr das ohne Corona-Fall durchstehen“, sagte er. Die Hoffnung hielt nur bis zum vierten Tag.

Bierhoff berichtete von getrennten Plätzen beim Essen und im Mannschaftsbus sowie ständigem Masketragen, auch bei den Team- und Gruppensitzungen. Für die fünf aus England angereisten Profis um Ilkay Gündogan von Manchester City gab es sogar extra Maßnahmen wie separate Essenstische und Fahrten in einem eigenen Kleinbus.

Nur bei den Trainingseinheiten vor dem Island-Spiel waren die Akteure auf dem Platz zusammen, zuletzt am Mittwoch im Stadion in Duisburg. DFB-Teamarzt Tim Meyer ist als Leiter der Taskforce Sportmedizin auch für das Hygienekonzept der Bundesligen verantwortlich.




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