Wer immer die Nase vorn behält im Rennen um Präsidentschaft und Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus: Am auffälligsten ist das erschreckend starke Ergebnis des charakterlich zum Staatschef der USA ungeeigneten Donald Trump.
Unter Trump ging es gefühlt besser
Selbstverständlich hat seine Stärke mit dem Empfinden vieler Wähler zu tun, in Trumps Regierungszeit sei es ihnen besser gegangen als unter Präsident Joe Biden. Dass jener mit seinem Inflationsbekämpfungsgesetz ein sensationelles Konjunkturprogramm aufgesetzt und außenpolitisch viel von Trump zerschlagenes Porzellan gekittet hat – das entfaltet zu wenig Wirkung. Oder es bleibt für die Wählenden abstrakt.
Wesentlich hat Trump von den Fehlern seiner Gegner profitiert: Viel zu lang klebte Biden an der schlechten Idee, als Greis erneut zu kandidieren. Auf den letzten Drücker für die Spitzenkandidatur auf die politisch blasse Vizepräsidentin Kamala Harris statt auf profilierte Gouverneure oder Senatoren zu setzen – das war ein Geschenk der US-Demokraten an Trump.
Und was ist mit Deutschland?
Zieht er wieder ins Weiße Haus ein, wird die Demokratie aus den USA nicht ausziehen. Dafür sind ihre Beharrungskräfte viel zu stark. Enge Verbündete wie Deutschland haben ein fundamentales Interesse an Amerika und müssen ihre Beziehungen nach Kräften pflegen, egal wer dort regiert. Aber alles sieht danach aus, dass all diese Kräfte in den kommenden Jahren enorm beansprucht werden.