Trotz häufiger Vorfälle auf dem Akademiehof bekommt das Ludwigsburger Ordnungsamt kein zusätzliches Personal. Bei Auseinandersetzungen sieht der Oberbürgermeister die Polizei in der Pflicht.

Ludwigsburg - Wie soll es weitergehen mit dem Akademiehof? In Stuttgart sollen nach den Krawallen in der Innenstadt im Juni 2020 neue Stellen im städtischen Vollzugsdienst geschaffen werden. Für Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht ist das – genauso wie ein Alkoholverbot oder Videoüberwachung – keine Option. „Für den Regelfall reicht das Personal aus“, sagt er.

Nächtliches Aufenthaltsverbot im Gespräch

Für Konfrontationen, wie sie in der Nacht auf Freitag wieder stattfanden, seien die Mitarbeiter zudem nicht ausgebildet. „Ab einer gewissen Zeit hilft nur noch die Polizei.“ Knecht hatte zuletzt zumindest ein nächtliches Aufenthaltsverbot ins Spiel gebracht, eine Entscheidung darüber soll in den kommenden Tagen fallen.

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Zeugen von Auseinandersetzungen beklagen, dass die Polizei bei kritischen Situationen oft zu lange auf sich warten lasse. Der Akademiehof werde regelmäßig bestreift, „ein dauerhaftes Verweilen vor Ort ist jedoch nicht möglich“, teilt eine Sprecherin mit. Denn an den Wochenenden gebe es eben insgesamt viel zu tun. Abhilfe könnten beispielsweise zusätzliche Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz schaffen. Da die Beamten aber „an den Wochenenden anlassabhängig landes- und gegebenenfalls sogar bundesweit“ gebraucht werden, sind sie in Ludwigsburg aber eher selten im Einsatz. Daran wird sich auch künftig eher nichts ändern.

Kultur statt Krawall

Für Matthias Knecht sind die Probleme auf dem Akademiehof ohnehin Sinnbild einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, der entgegengewirkt werden müsse. Nicht durch Ordnungskräfte, sondern mit Sozialarbeit. Kulturveranstaltungen sollen künftig ein breiteres Publikum auf den Hof locken und mit dafür sorgen, dass „der Platz nicht in die falsche Richtung rückt“. Es gehe auch darum, andere Orte in der Stadt zu finden, an denen sich Jugendliche wohlfühlen. Fest stehe aber: „So, wie es manche auf dem Akademiehof machen, kann man sich einfach nicht gehen lassen“, sagt Knecht.