Vorfall auf Akademiehof in Ludwigsburg Studentin nach Beißattacke freigesprochen

Von Michael Bosch 

Vor zwei Jahren provozierte Ex-Stadtrat Oliver Kube städtische Vollzugsbeamte und Polizisten. Eine Studentin filmte das Geschehen – und wehrte sich heftig, als die Beamten sie festnahmen. Das Amtsgericht hat sie nun freigesprochen.

2018 kam es zu einer Auseinandersetzung auf dem Akademiehof. (Symbolbild) Foto: FACTUM-WEISE/Andreas Weise-factum
2018 kam es zu einer Auseinandersetzung auf dem Akademiehof. (Symbolbild) Foto: FACTUM-WEISE/Andreas Weise-factum

Ludwigsburg - Sie hat offenbar Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts angegriffen und sich ganz und gar nicht ladylike verhalten. Das Amtsgericht Ludwigsburg hat eine 24-jährige Studentin, die unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte angeklagt war, trotzdem freigesprochen. Der Abend im September 2018 hatte im Nachgang auch deshalb hohe Wellen geschlagen, weil der damalige Ludwigsburger Stadtrat Oliver Kube (Ökolinx) an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen war und die Stadt ihn deshalb angezeigt hatte. Das Verfahren gegen Kube ist gegen Zahlung einer Geldauflage mittlerweile eingestellt.

Kube provozierte mit beleidigender Musik

Der Ex-Stadtrat hatte an dem Abend die Beamten, die auf dem Akademiehof vor allem Jugendliche kontrollierten, wohl bewusst beleidigt, indem er Musik mit denunzierenden Liedtexten abspielte. Deshalb forderten die Sicherheitsleute ihn auf, seinen Personalausweis herauszugeben. Weil Kube sich weigerte, kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung, die die 24-Jährige – eine damalige Freundin Kubes – filmte. Als auch die Studentin festgenommen wurde, wehrte sie sich nach Kräften und biss einem der Ordnungsamtsmitarbeiter ins Bein. Vor Gericht erklärte die Frau, dass sie psychisch krank sei und Erfahrung mit Fixierung habe. Deshalb sei sie an dem Abend in Panik geraten. Das Gericht hielt ihr zugute, dass die Tat bereits zwei Jahre her ist und die Frau auch selbst verletzt wurde. Die Festnahme der 24-Jährigen bewertete das Gericht als unrechtmäßig.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wie ein Sprecher des Amtsgerichts mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft bereits Rechtsmittel eingelegt.




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