Vor dem Landgericht Stuttgart muss sich ein 20-Jähriger wegen versuchten Mordes in Leonberg verantworten. Fünf Prozesstage sind vorgesehen – der Auftakt ist ungewöhnlich.
Nicht sehr lange hat die erste Sitzung der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts Stuttgart im neuen Jahr gedauert. Nach nur einer Viertelstunde war der Prozess vor der Jugendkammer gegen einen 20-Jährigen schon wieder zu Ende. Nach der Anklageverlesung und der Abklärung kleinerer Formalitäten wurde der junge Mann von den Wachtmeistern wieder aus dem Sitzungssaal abgeführt. Fortgesetzt werden soll der Prozess am 26. Januar. Dann will sich der Angeklagte zu seinem Lebenslauf und den Tatvorwürfen äußern. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.
Mit Klappmesser in Richtung des Kopfes des Opfers gestochen
Den Ermittlungen der Anklagebehörde zufolge war der 20-Jährige im Juli des vergangenen Jahres mit einigen Freunden im Stadtpark in Leonberg unterwegs gewesen. Zwischen einem der jungen Männer und dem späteren Opfer sei es nach einem zunächst verbalen Streit zu Handgreiflichkeiten gekommen. Daraufhin soll der Angeklagte ein Klappmesser mit einer Klingenlänge von 8,5 Zentimetern gezückt haben und zunächst in Richtung des Kopfes des Opfers gestochen haben.
Dieser habe versucht auszuweichen und sei zu Boden gegangen, woraufhin der Angeklagte einen weiteren Stich in Richtung des Oberkörpers des Opfers ausgeführt habe. Dabei habe er den Tod des Geschädigten billigend in Kauf genommen. Das Opfer erlitt Verletzungen am linken Ellenbogen und am linken Oberschenkel und musste ärztlich versorgt werden.
Für den Prozess sind fünf weitere Verhandlungstage geplant, das Urteil soll am 26. Februar verkündet werden.