Vorhaben in Asperg „Ernüchterung ist groß“: Region stoppt Pläne für PV-Anlage an A81

Auf dieser Fläche an der A81 sollte eine riesige PV-Anlage zur Stromerzeugung entstehen. Die Region hat aber etwas dagegen. Foto: Werner Kuhnle

An der Autobahn 81 bei Asperg (Kreis Ludwigsburg) sollte eine vier Hektar große PV-Anlage errichtet werden. Nach Jahren der Planung schob die Region dem nun einen Riegel vor.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Nach vier Jahren Planung und Vorbereitung hat ein Großprojekt in Asperg nun einen wohl finalen Rückschlag erlitten. Es geht direkt neben der Autobahn 81 um eine etwa vier Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage sowie ein Gelände von rund einem Hektar, auf dem die Batteriespeicher platziert werden sollten.

 

Das wollte der Investor – die Firma Heimsol – verwirklichen. Erste Gespräche zwischen Heimsol-Geschäftsführer und dem Asperger Rathaus fanden im Dezember 2021 statt, nun hat der Planungsausschuss der Regionalversammlung in Stuttgart aber einen negative Beschluss zu dem Vorhaben gefasst.

„Es war ein langer Weg und die Ernüchterung ist deshalb natürlich erst mal groß“, sagt Aspergs Bürgermeister Christian Eiberger. Der Planungsausschuss äußerte Bedenken, ob die Pläne in Asperg mit dem Regionalplan vereinbar sind. Im Regionalplan werden einzelnen Gebiete gewisse Funktionen zugewiesen. Die Fläche an der A81 liegt in einer Grünzäsur, die das Zusammenwachsen von Siedlungen verhindern soll.

Investor baute schon bei Heimsheim

Zwischen Autobahnmeisterei und Verkehrsübungsgelände gelegen, wird das Areal bislang landwirtschaftlich genutzt. Aus Eibergers Sicht ist eine solche Photovoltaikanlage auch in der Grünzäsur möglich. „Wir geben noch nicht auf und versuchen es weiter“, sagt der Bürgermeister. Der Investor will sich deshalb auch noch nicht zum Projekt äußern. Heimsol hat an der A8 bei Heimsheim bereits einen Solarpark verwirklicht.

Christian Eiberger ist Bürgermeister von Asperg. Foto: privat

Ärgerlich ist die Angelegenheit aus mehrfacher Sicht für Asperg. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hatte im November mehrheitlich für das Projekt gestimmt. „Es ist eine Chance für Asperg“, sagt Eiberger. Die Stadt könnte mit der Anlage auf einen Schlag viel für die Versorgung ihrer Bürger mit erneuerbaren Energien tun. Je nach Leistung könnte eine PV-Anlage dieser Größe Strom für mindestens 1000 Haushalte liefern.

Landratsamt signalisierte sein Okay

Mit den Grundstückseigentümern seien die Verhandlungen auch so weit abgeschlossen, dass das Projekt binnen Jahresfrist hätte begonnen werden können. Entscheidend war auch das Landratsamt Ludwigsburg. Es hat laut Eiberger ebenfalls sein Einverständnis signalisiert für das Projekt. Das ist nötig, weil die Fläche Landschaftsschutzgebiet ist.

„Es ist eine Chance für Asperg.“

Christian Eiberger, Bürgermeister

Interessant ist in dem Zusammenhang eine weitere Sache. Als 2024 die Vorranggebiete für Freiflächen-PV-Anlagen in der Region ausgewiesen worden sind, gehörte dazu auch eine Fläche zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg. Damals argumentierte die Stadtverwaltung Kornwestheim, dass eine Anlage dort zum Zusammenwachsen der beiden Städte führen könnte. Der Einwand wurde damals von der Region jedoch nicht berücksichtigt.

Wie es nun in Asperg weitergeht, bleibt abzuwarten. Laut einer Sprecherin des Verbands Region Stuttgart ist das Projekt damit gestorben: „Die Planungen für das Vorhaben können an diesem Standort nicht weitergeführt werden“, sagt sie. Eiberger will so schnell nicht aufgeben und prüft, welche Möglichkeiten es für die Stadt gibt, das Projekt doch noch umsetzen zu können. Bei der Region verweist man auf andere Standorte. Man könne auf ein Gebiet ausweichen, das für Freiflächen-Photovoltaik bereits geöffnet ist.

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