Vorhofflimmern, Kammerflimmern und Co. Wieso Herzrhythmusstörungen das Schlaganfall-Risiko erhöhen

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

2. Vorsicht: Schlaganfall

Der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die vom Vorhofflimmern ausgeht. Foto: dpa
Das, was als Herzschlag bezeichnet wird, ist nichts anderes als das rhythmische Zusammenziehen des Herzmuskels, um das Blut aus den Vorhöfen in die Kammer und von dort über die Aortenklappe wieder in den Körper zu pumpen. Taktgeber des Herzens ist der Sinusknoten, eine Anhäufung aus spezialisierten Herzmuskelzellen, die mit elektrischen Impulsen die Kontraktionen veranlassen – und zwar von Zelle zu Zelle. Wie Wellen ziehen sich bei jedem Impuls zuerst die Vorhöfe zusammen, dann die Kammern, um das Blut gezielt in eine Richtung zu pumpen. „Bei einem Vorhofflimmern gleicht diese sonst so ruhige Wellenbewegung einer See bei Sturm“, sagt Thomas Nordt, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßkrankheiten am Klinikum Stuttgart. Die elektrische Erregungsbildung in den Vorhöfen erfolgt dann mit extrem hoher Frequenz und völlig unkoordiniert. Die Pumpleistung lässt nach, das Blut fließt langsamer, entlang der Herzwand kann es sogar ganz zum Stillstand kommen. „So können Gerinnsel entstehen“, sagt Nordt. Werden diese in den Blutkreislauf transportiert, besteht das Risiko, dass ein solcher Pfropf ein Gefäß verstopft. Meist passiert das im Gehirn – und zum guten Teil erst Tage nach einer Attacke von Vorhofflimmern, wie sein Kollege, Udo Sechtem, Chefarzt der Kardiologie vom Robert-Bosch-Krankenhaus ergänzt.

Wie hoch das Schlaganfall-Risiko eines Patienten ist, schätzen Kardiologen anhand eines Punktesystems ab. Dabei werden bestimmte Risikofaktoren berücksichtigt, sagt Michael Linden von der kardiologischen Gemeinschaftspraxis „Herzzentrum Stuttgart“. Unter anderem das Alter und Geschlecht des Patienten, sowie vorliegende Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Gefäßkrankheiten oder ein schon ein durchgemachter Schlaganfall. „Je höher der errechnete Wert, umso höher auch das Risiko.“ Mit Gerinnungshemmern, wie Pradaxa, Xaelto, Marcumar, Eliquis und Lixiana, lässt sich das aber wieder senken, so Michael Linden.

Unsere Empfehlung für Sie