Vorhofflimmern, Kammerflimmern und Co. Sieben Fakten über sprunghafte Herzen

Vorhofflimmern tritt so häufig auf, dass man von einer Volkskrankheit spricht. Insgesamt leiden in Deutschland etwa 1,8 Millionen Bundesbürger an dieser Form der Herzrhythmusstörung. Foto: dpa
Vorhofflimmern tritt so häufig auf, dass man von einer Volkskrankheit spricht. Insgesamt leiden in Deutschland etwa 1,8 Millionen Bundesbürger an dieser Form der Herzrhythmusstörung. Foto: dpa

Es ist normal, dass das Herz im Leben mal kurzfristig aus dem Takt gerät. Doch sind Rhythmusstörungen immer gefährlich? Das erklären Experten der Deutschen Herzstiftung.

Stuttgart - Bei fast jedem Menschen gerät das Herz ein- oder mehrmals im Leben kurzfristig aus dem Takt. Das kann Angst machen. Doch sind Rhythmusstörungen immer gefährlich? Und wie behandelt man sie? Das haben Experten der Deutschen Herzstiftung unseren Lesern erklärt.

1. Ab diesem Puls wird’s gefährlich

Wer seinen Puls fühlt, kann Herzrhythmusstörungen erkennen Foto: dpa
Wenn in der Nacht das Herz schneller zu schlagen beginnt, fast rasend wird, scheinbar ganz ohne Grund, dann dauert’s nicht lang, bis auch die Angst auftaucht. „Mir war es dann so schwindelig“, sagen die Betroffenen. Andere ringen um Atem. Doch die bange Frage, die sich jeder stellt, dessen Herz aus dem Takt gerät, stellt sich jeder: „Was ist nur mit mir los?“ Fast jeder Mensch hat einmal im Leben eine Herzrhythmusstörung – manche auch ganz ohne es zu merken. Das Ausmaß der Beschwerden hängt wesentlich davon ab, wie schnell das Herz schlägt, aber auch von dem Zustand des Herzmuskels und der Hirngefäße, heißt es bei der Deutschen Herzstiftung. In aller Regel gilt dabei: Solange das Herz mit 160 bis 180 Schlägen pro Minute schlägt wird der Patient außer einem Herzrasen nur ein allgemeines Unwohlsein verspüren. Schlägt das Herz schneller – etwa 200 bis 220 Schläge pro Minute, kommt es durch den Abfall des Blutdrucks zur körperlichen Schwäche, häufig begleitet von Schweißausbruch, Engegefühl in der Brust, Luftnot. Schlägt das Herz noch schneller, sprechen Ärzte vom Kammerflimmern: Der Blutdruck sackt komplett ab, ein Herz-Kreislauf-Stillstand und damit ein plötzlicher Herztod droht. Grundsätzlich gilt aber: Einzelne Stolperer sind nicht weiter dramatisch. Nur ärztlich abklären sollte man sie doch. Ein Kardiologe kann am besten herausfinden, ob die Störung des Herzschlags behandelt werden muss. Udo Sechtem, Chefarzt der Kardiologie am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, etwa behandelt täglich Menschen mit Herzrhythmusstörungen und weiß: Da gibt es beispielsweise bei jungen Menschen die plötzlichen Anfälle, die aber schnell auch wieder verschwinden – beispielsweise indem man ein Glas Wasser trinkt. Diese Form, von Medizinern gutartiges Herzjagen genannt, kann zwar für Betroffene belastend sein, ist aber in den meisten Fällen heilbar. Das Vorhofflimmern wiederum tritt häufig bei Älteren auf. Diese Rhythmusstörung ist zwar nicht akut gefährlich, allerdings besteht ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko, warnt Sechtem. Denn es können sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden. „Bevor es so weit kommt, braucht es dann aber in der Regel eine Blutverdünnung.“

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