Vorratskammer zieht nach Waiblingen Ein Restaurant geht auf Reisen

Achtung Schwertransport: Die „Vorratskammer“ wird für den Transport nach Waiblingen verladen. Foto:Gottfried Stoppel Foto:  

In der „Vorratskammer“ ist bislang schwäbisch-österreichische Küche aufgetischt worden. Der ungewöhnliche Holzbau ist nun von Weinstadt nach Waiblingen umgezogen und dient künftig als Vereinslokal des VfL Waiblingen.

Waiblingen - Auf der Werferwiese des VfL Waiblingen trainieren die Mitglieder der Vereinsabteilung Rasenkraftsport – sie lassen dort ihre mehrere Kilo schweren Wurfhammer aus Metall fliegen. Nun ist auf dem Platz aber ein echtes Schwergewicht gelandet: ein Holzobjekt, das rund 24 Tonnen auf die Waage bringt. Denn der Sportverein hat mittels eines Schwertransports das schwäbisch-österreichische Restaurant Vorratskammer, das bisher an der Hauptstraße in Weinstadt-Strümpfelbach gestanden hat, zu später Stunde nach Waiblingen versetzen lassen.

 

Rund zwei Stunden habe die nächtliche Fahrt von Strümpfelbach nach Waiblingen gedauert, berichtet Marc Brommer vom Verein. Für den Transport wurde das knapp zwölf Meter lange und acht Meter breite Gebäude in zwei Teile geteilt und per Kran auf einen Schwertransporter gehievt. „Alles hat hervorragend geklappt“, sagt Marc Brommer.

Zwischenstopp auf der Wiese

Auf der Werferwiese gegenüber des Freibads mache das zukünftige Vereinslokal bis zum Herbst einen Zwischenstopp, um später in die Nachbarschaft des Biergartens an der Rems umzuziehen, sagt Marc Brommer: „Das passiert, sobald wir den Biergarten umgestaltet haben, sodass wir das Gebäude über die Laufbahn dorthin bringen können.“

Der genaue Standort steht zwar noch nicht hundertprozentig fest, der auffällige Bau soll aber am Rad- und Fußweg gegenüber der Rundsporthalle seinen Platz finden. Dazu werden die Baracken und Container, die dort noch stehen, entfernt, möglicherweise auch der Zaun.

Auf die Idee, das Gebäude zu kaufen und zu versetzen, sei der Verein bei einem Gespräch mit der Stadtverwaltung gekommen, erzählt Marc Brommer. „Da stellte sich heraus, dass der Pächter der Vorratskammer ins Lokal Disegno bei der Galerie Stihl kommen wird und die Vorratskammer von ihrem ursprünglichen Standort weg muss, weil das Areal dort neu genutzt wird.“ Vereinsvorstand und Geschäftsführung seien daraufhin auf die Idee gekommen, dass der Bau gut auf das Vereinsgelände passen würde. „Deshalb haben wir uns erkundigt, ob es machbar wäre, das Gebäude nach Waiblingen zu transportieren“, erzählt Marc Brommer.

Umzug kostet sechsstellige Summe

Tatsächlich war der Umzug realisierbar und gewissermaßen nur eine Frage des Geldes. Die Summe, die der Verein für den Kauf der Vorratskammer ausgegeben hat, bezeichnet Marc Brommer als „Peanuts“. Der Transport inklusive Kran hingegen habe den VfL Waiblingen einen sechsstelligen Betrag gekostet. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist die erneute Nutzung als Restaurant auf alle Fälle – und das Gebäude, das einen Designpreis erhalten hat, sagt Marc Brommer, „gibt uns auf jeden Fall einen Mehrwert“.

Geplant ist, dass das derzeit im Vereinsgebäude untergebrachte italienische Lokal La Nonna in die ehemalige Vorratskammer umzieht. Letztere biete zwar statt rund 80 Plätzen nur – je nach Bestuhlung – 30 bis 40 Gästen Platz, der Umzug bedeute also eine deutliche Verkleinerung. „Aber die Gaststätte ist eigentlich nie voll, und es ist ein ganz anderes Ambiente, wenn man in der Nähe zum Biergarten sitzen kann.“

Reha-Sport statt Rigatoni

Momentan nämlich werde der Biergarten, den Marc Brommer als „Herzschlag der VfL-Gastro“ bezeichnet, aufgrund der räumlichen Trennung vom Restaurant weniger als Ergänzung zu diesem denn als zweiter Gastbetrieb empfunden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Verein die durch den Umzug des Lokals frei werdende Fläche von rund 80 Quadratmetern künftig anderweitig nutzen kann. Für sein wachsendes Angebot braucht der VfL Waiblingen dringend Platz, die Räume will er nach einem Umbau für Reha- und Gesundheitssport-Kurse nutzen.

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