Vorsitz in Plieningen Keiner will den Gewerbeverein führen

Die Gewerbetreibenden – wie hier das Reisebüro Korbel in Stuttgart-Plieningen – haben genug Sorgen wegen Corona. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Die Gewerbetreibenden – wie hier das Reisebüro Korbel in Stuttgart-Plieningen – haben genug Sorgen wegen Corona. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Plieninger Leistungsgemeinschaft hat nach wie vor keinen Vorsitzenden. Es gibt einen, den das besonders ärgert.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Plieningen - Seit bald einem Jahr steht die Plieninger Leistungsgemeinschaft (PLG) ohne Vorsitzenden da. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Frank Oschatz seinen Rückzug angekündigt; zwar gab es eine Mitgliederversammlung, doch gewählt wurde damals kein Nachfolger für den Rücktrittswilligen. Der Grund: Von den rund 80 Mitgliedern des Plieninger Zusammenschlusses der Gewerbetreibenden waren keine 20 zur Versammlung gekommen. Die nötige Mehrheit fehlte. Geplant sei eine Mitgliederversammlung für den Herbst, sagt Jürgen Schumacher, er ist der zweite Vorsitzende der PLG und zurzeit so etwas wie der Hauptansprechpartner wider Willen. Wobei der Plieninger Metzgerei-Betreiber sagt: „Momentan ist eh nicht viel los.“ Die Gewerbetreibenden im Ort „haben grad ihre eigenen Probleme wegen Corona“, sagt Schumacher.

Keiner will bisher Vorsitzender der PLG sein

Allerdings bleibt die Tatsache, dass sich bis dato offenbar niemand gefunden hat, der sich an die Spitze der PLG stellen will. Für Schumacher selbst komme das Amt auch nicht in Frage, sagt er. Er sei in seinem Metzgereialltag entweder im Laden gebunden oder in der Wurstküche, E-Mails schreiben, organisieren, das passe da einfach nicht dazu. „Ich bin eher der Praktiker“, sagt er.

Im Hintergrund versuche man derzeit, Interessenten für das Amt zu finden. Eine Alternative, über die man gerade nachdenke, sei, ob der erste Vorsitz erst einmal gar nicht mehr besetzt werde und man stattdessen eine Teamlösung fahre. Der Hintergedanke: Das Amt des Vorsitzenden schreckt unter Umständen ab. „Wir wollen es auf mehreren Schultern verteilen“, sagt Schumacher.

Räumungsverkauf bei Sport Baur

Einer, der das alles mehr als traurig findet, ist Folker Baur. „Mich ärgert das“, sagt er. Jahrzehnte habe er sich gern für den Stadtbezirk aufgerieben, habe versucht, etwas für die Allgemeinheit auf die Beine zu stellen. „Unter den Gewerbetreibenden schaut aber jeder immer mehr nach sich selber.“ Baur will die PLG, deren Vorsitzender er lange war, nach wie vor unterstützen. Auch wenn sein Laden bald endgültig zu sein wird. Sport Baur schließt am 31. Juli. Derzeit hat er Räumungsverkauf. Er sei jetzt 71 Jahre alt, „irgendwann ist auch mal gut“, sagt er.




Unsere Empfehlung für Sie