Vorstand des VfB Stuttgart beim SWR Thomas Hitzlsperger: „Geisterspiele sind für uns dramatisch“

Thomas Hitzlsperger sieht  Geisterspiele kritisch. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
Thomas Hitzlsperger sieht Geisterspiele kritisch. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Der VfB-Vorstand Thomas Hitzlsperger spricht beim SWR von einem Defizit von 80 Millionen Euro wegen Corona.

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Stuttgart - Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart hat erneut eindringlich vor weiteren Geisterspielen in der Bundesliga oder gar einem „Fußball-Lockdown“ gewarnt. „Geisterspiele sind für uns wirklich dramatisch“, sagte der frühere Nationalspieler in der SWR-Sendung „Sport BW“ und nannte die finanzielle Lage „immer mehr prekär“.

Wie andernorts hat auch die Landesregierung von Baden-Württemberg Geisterspiele angekündigt. Eine endgültige Entscheidung wird wohl am Dienstag fallen. „Finanziell hat das große Auswirkungen“, betonte Hitzlsperger. Der VfB habe seit Pandemie-Beginn rund 80 Millionen Euro Einnahmeverluste zu verbuchen: „Das ist enorm. Wir haben eine große Stadionkapazität und sind auch abhängig von den Ticketing-Erlösen. Wenn die wegbrechen, dann spüren wir das sehr deutlich.“ Ob wegen der finanziellen Einbußen Spieler abgegeben werden sollen, antwortete Hitzlsperger: „Das soll immer das letzte Mittel sein.“

Er könne verstehen, dass es Gründe für Geisterspiele gebe, würde sich aber eine andere Lösung wünschen. „Wir haben alle Verordnungen sauber umgesetzt. Alles war sehr offen und kooperativ und ich habe keine Kritik gehört“, sagte er. Deshalb finde er es „sehr, sehr schade“, dass nicht über Alternativen zu Geisterspielen gesprochen werde.

Dass Aues Präsident Helge Leonhardt fordert, die Saison sogar zu unterbrechen, „überrascht mich dann doch sehr“, meinte Hitzlsperger (39): „Ich glaube nicht, dass bei den Geisterspielen Infektionen übertragen wurden. Deswegen ist die Forderung eines Zweitliga-Funktionärs überzogen und davon würde ich nur abraten.“

Wegen Mislintat nur zugeschaltet

Hitzlsperger war bei der Sendung nur zugeschaltet, weil der VfB-Sportdirektor Sven Mislintat mit dem Coronavirus infiziert ist. „Ich finde es sehr schade, dass ich heute nicht dabei sein kann im Studio, aber das Gute ist, man sieht’s: Sven und ich sind in regem Austausch. Am Tag, nach dem klar war, dass er infiziert ist, wollte ich einfach ein paar Tage zu Hause bleiben“, sagte der VfB-Vorstand.

Über den 2:1-Sieg des VfB gegen Mainz hat sich der ehemalige Nationalspieler gefreut. „Die Mannschaft hat sehr mutig gespielt, wir haben gegen eine gute Mainzer Mannschaft vieles probiert, vieles ist gelungen, und das Ergebnis hat gepasst“, sagte Hitzlsperger und fügte hinzu: „Ich hatte großes Vergnügen zu Haue auf der Couch. Ich habe mir noch überlegt, welche Flasche Wein ich aufmache, habe es dann aber doch gelassen.“




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