Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart Wie Thomas Hitzlsperger die Uefa kritisiert

Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart kritisiert die Uefa. Foto: dpa/Tom Weller
Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart kritisiert die Uefa. Foto: dpa/Tom Weller

Kurz vor dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn bei der EM 2021 hat sich Thomas Hitzlsperger zur Diskussion um das Zeichen für Vielfalt geäußert. Der Vorstandschef des VfB Stuttgart wählt deutliche Worte.

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Stuttgart - Die Diskussion über eine möglicherweise bunt erleuchtete Münchner Fußball-Arena hat in den vergangenen Tagen das EM-Geschehen bestimmt. Der europäische Fußballverband Uefa hat den Antrag der Stadt München, damit ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen, abgelehnt. Laut Thomas Hitzlsperger hat das der Bewegung aber mehr genutzt als geschadet.

„Vielleicht war es sogar besser“, sagte der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart am Mittwochabend vor der Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn zum Verbot der Uefa, „die Diskussion, die entstanden ist, ist so viel größer.“ Hitzlsperger hat sich vor sieben Jahren zu seiner Homosexualität bekannt und ist beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Botschafter für Vielfalt.

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Der VfB-Chef berichtete auch, der DFB habe schon vor Wochen bei der Uefa den Antrag gestellt, die Arena an einem spielfreien Tag der EM die Arena in München bunt beleuchten zu dürfen. Dies sei abgelehnt worden. Bei der Ablehnung des neuerlichen Antrags, die Aktion am Spieltag zu starten, habe die Uefa nun vorgeschlagen, es an einem spielfreien Tag zu machen. „Das passt nicht“, konstatierte Hitzlsperger. Das Verhalten des europäischen Verbandes sei „bitter mit anzusehen“. Er ergänzte: „Die Uefa hätte sich viel Ärger erspart, wenn sie zugestimmt hätte.“

Kritik auch am DFB

Auch vom eigenen Verband hätte sich Thomas Hitzlsperger ein wenig mehr erwartet. Zwar akzeptiert er, wie DFB-Interimschef Rainer Koch die Uefa-Entscheidung versucht habe zu erklären (Koch sitzt in der Uefa-Exekutive). „In einem zweiten Schritt“ hätte er sich aber gewünscht, dass Koch „eigene Emotionen reinbringt“ und „sich dafür einsetzt, dass so etwas nicht mehr vorkommt“. Das würden die Fans vom DFB erwarten.

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Ohnehin habe sich der Anspruch der Fußball-Anhänger verändert, „wes geht nicht mehr nur noch um das Spiel“, sagte der frühere Nationalspieler: „Die Fans haben heutzutage einen größeren Anspruch.“ Da reiche es nicht, dass die Uefa ihr Logo in Regenbogenfarben getaucht habe: „Man muss klar Stellung beziehen. Das hat die Uefa versäumt.“

In Deutschland sieht Hitzlsperger viel Toleranz, hofft aber auf noch mehr Akzeptanz. Die Symbolik dieser Tage sei ein wichtiger Schritt, nun gehe es darum, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie ihr Leben entwerfen. Angst spiele immer noch eine große Rolle. Aber: „Die letzten Tage stimmen mich sehr zuversichtlich.“




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