Vorstandswechsel in Stuttgart-Kaltental Katzenhilfe wünscht sich die Kastrationspflicht

Von Wiebke Wetschera 

Der neue Vorstand der in Stuttgart-Kaltental beheimateten Katzenhilfe setzt sich für mehr kastrierte und gekennzeichnete Katzen ein. Dafür gibt es einen Zuschuss aus dem Bürgerhaushalt.

Mercedes ist, wie 70 weitere Katzen, noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause Foto: Wiebke Wetschera
Mercedes ist, wie 70 weitere Katzen, noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause Foto: Wiebke Wetschera

Kaltental - Mitglieder der Katzenhilfe haben im vergangenen Jahr etwa 260 Katzen eingefangen. Die meisten von ihnen sind – zum Ärgernis des Vereins – weder kastriert, noch gekennzeichnet. Einige von Ihnen sind Streuner, andere wurden wahrscheinlich von ihren Besitzern ausgesetzt. „Viele Besitzer sind schnell bereit, ihre Katze abzugeben. Das schockiert mich, ich könnte das nicht“, sagt die Kaltentalerin Bärbel Scheib-Wanner. Sie ist die Vorsitzende der Katzenhilfe Stuttgart.

Scheib-Wanner selbst hält sechs eigene Katzen bei sich in der Wohnung. Zusätzlich dazu beherbergt die 61-Jährige zurzeit noch zwei Pflegekatzen. „Es geht den Katzen hier erst mal besser als im Gewerbegebiet“, sagt Scheib-Wanner. Eine der beiden Katzen, die bald ein neues Zuhause finden sollen, heißt Mercedes. Sie und eine weitere Katze mit dem Namen Sternchen wurden auf dem Daimler-Gelände in Sindelfingen gefunden. Die Katzen hatten sich dort an Autos festgekrallt, an denen am nächsten Tag gearbeitet wurde. So wurden die Katzen schnell entdeckt und Scheib-Wanner hat sie erstmal bei sich aufgenommen. Nun soll ein neuer Besitzer gefunden werden.

Vorstandswechsel im Verein

Etwa 70 weitere Jungtiere warten in den Pflegestellen der Katzenhilfe auf ein neues Zuhause. Über die Homepage und die Facebook-Seite versucht der Verein, neue Besitzer für die Katzen zu finden. Ein zentrales Tierheim gibt es nicht, stattdessen gibt es etwa zehn bis 15 private Pflegestellen. „Die Arbeit ist anders als in einem Tierheim, wo sich ständig alle über den Weg laufen“, sagt Scheib-Wanner. Deshalb sei eine gute Kommunikation zwischen den knapp 800 Mitgliedern wichtig. „Natürlich ist die Liebe zu den Katzen bei uns enorm wichtig, aber es muss auch eine zentrale Verwaltung dahinterstehen“, sagt Scheib-Wanner.

Der ehemalige Vorstand um Andreas Fechtner hat die Leitung im Mai 2017 nach rund neun Jahren im Amt abgegeben. „Der alte Vorstand wollte nicht mehr“, sagt Scheib-Wanner, die das Amt der Vorstandsvorsitzenden daraufhin übernommen hat. Ihre Stellvertreterin ist Isabell Thaidigsmann, Birgit Loes ist die neue Schriftführerin. Noch muss sich der neue Vorstand in das System des Vereins einarbeiten. „Natürlich läuft es zurzeit auch, weil jeder das macht, was er immer gemacht hat“, sagt Scheib-Wanner. Trotzdem soll der Informationsfluss zwischen den Pflege- und Futterstellen sowie den Mitgliedern verbessert werden.

Unterstützung aus dem Bürgerhaushalt

Viel Zeit für die Organisation bleibt dem Vorstand allerdings derzeit nicht, denn es gibt alle Hände voll zu tun. Vor allem an dem Problem der nicht kastrierten Katzen soll sich in Zukunft etwas ändern. Mit seinem Vorschlag zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle Katzen mit Freigang hat sich der Verein auch beim Bürgerhaushalt beworben. „Erfreulicherweise hat der Vorschlag viel Zustimmung bekommen“, sagt Scheib-Wanner. Deshalb wird der Verein bei diesem Vorhaben finanziell unterstützt. „Unser dringendstes Anliegen ist, dass das mit der Kastration durchgebracht wird“, sagt Scheib-Wanner. Dafür will sich der neue Vorstand in Zukunft auch weiter einsetzen.

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