Vorstellung Kundenfänger Tucson

Von Annett Boblenz 

Der SUV und ix35-Nachfolger Hyundai Tucson verjüngt die Flotte der Koreaner weiter. Mittlerweile ist kein Modell in Deutschland älter als 18 Monate.

Der Tucson, seit Juli im Handel, soll neue Kunden für die Marke begeistern. Foto: kn
Der Tucson, seit Juli im Handel, soll neue Kunden für die Marke begeistern. Foto: kn

Markus Schrick klingt fast euphorisch: 'Wir erwarten viele Neukunden, die wir vorher bei uns noch nicht gesehen haben'. Höchstpersönlich präsentierte Hyundais Deutschland-Chef sein jüngstes Baby, den neuen Tucson. Der SUV ist der Nachfolger des ix35, der laut Hyundai in der kompakten SUV-Klasse um Nissan Qashqai, VW Tiguan, Mazda CX-5 und Kia Sportage mit einem Marktanteil von immerhin 24 Prozent unterwegs war. Im Neuen stecken mehr Fahrhilfen als in jedem anderen Hyundai.

Vom hohen Sicherheitsniveau versprechen sich Schrick und sein Team viel. 6500 Tucson will er noch dieses Jahr verkaufen, im nächsten Jahr sollen es bereits 18 000 Stück werden. Der erste Eindruck ist tatsächlich vielversprechend. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Tucson etwas geräumiger. Kein Wunder, ist er doch einen Tick länger (plus 65 mm) und breiter (plus 30 mm). Da die Designer das Dach etwas gesenkt haben, wirkt er dynamischer und wuchtiger als bisher. Entworfen wurde das Modell übrigens in Deutschland unter der Federführung von Design-Ikone Peter Schreyer. Insider munkeln, ihm weine man bei VW noch heute nach.

Es geht flott voran

Nach seinem Weggang dort brachte Schreyer erst Kia auf Spur und jetzt eben auch Hyundai. Design ist das eine, Praxistauglichkeit das andere. Der längere Radstand bringt mehr Platz im aufgeräumten Innenraum, was vor allem hinten spürbar ist. Und in den 513 Liter großen Kofferraum passt eine ­Tasche mehr, er wurde fast zehn Prozent geräumiger als der des Vorgängers ix35. Für eine erste Testfahrt stand der neue, 177 PS starke Turbobenziner mit 1,6 Liter Hubraum, Siebengang-Doppelkupplungs­getriebe (DCT) und Allradantrieb zum Preis ab 29 550 Euro (plus DCT-Aufpreis) bereit. Damit geht's flott voran.

Allerdings ist der Benziner vor allem im Dynamic-Modus recht laut unterwegs, trotz der umfangreichen Dämmung. Nicht ganz überzeugen konnte die Doppelkupplungsautomatik. Sie reagiert etwas träge, hält die Gänge zu lange. Und ob ein Benziner im leer bereits gut 1600 Kilo schweren SUV trotz des geringen Normverbrauchs von 7,5 Litern sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden. Noch weniger überzeugte die nur als Fronttriebler angebotene Basisversion des Vierzylinders (22 400 Euro).

Normverbrauch von 6,3 Litern

132 PS sind einfach zu wenig, um den Tucson in Wallung zu bringen. Es geht träge voran, man muss viel schalten und ist versucht, immer wieder Vollgas zu geben. Da rückt der Normverbrauch von 6,3 Litern in weite Ferne. Besser können es die drei Diesel. Wer wirklich sparen und keine Ausflüge ins Gelände machen will, wählt den kleinen 1,7-Liter-Motor. Der 1.7 CRDi mit 116 PS wird nur mit Vorderradantrieb angeboten (ab 24 750 Euro). Die 136 PS-Version des Zweiliter-Diesels gibt es dagegen mit Front- und Allradantrieb, während der dynamische 186-PS-Diesel ausschließlich als 4WD-Modell angeboten wird.

Für beide hat Hyundai eine komfortable Sechsgang-Wandlerautomatik im Programm. Von den vier Ausstattungslinien bietet die zweithöchste, Style genannte, Version den größten Kundenvorteil. Sie hat Sitzheizung vorn und hinten, einen Chrom-Frontgrill, Scheibenwischerheizung, abgedunkelte Scheiben sowie zahlreiche Fahrhilfen wie den Spurhalteassistenten, Verkehrszeichenerkennung und Einparkhilfe vorn. Mit dabei ist auch ein Navigationssystem samt DAB-Digitalradio, das sieben Jahre lang kostenlos Tomtom-Stauinformationen in Echtzeit ins Cockpit bringt. Außerdem gibt es fünf Jahre lang kostenlose Karten-Updates. Für alle Modelle gilt: Hyundai schickt den Tucson mit fünf Jahren Garantie ohne Kilometer­begrenzung und unbegrenzter Mobilitäts­garantie auf die Straße.