Am alten Standort Literaturklub Sindelfingen trifft sich am Montag wieder

Das letzen Treffen des Literaturklubs fanden noch im Stiftshofsaal  statt. Foto: Stefanie Schlecht
Das letzen Treffen des Literaturklubs fanden noch im Stiftshofsaal statt. Foto: Stefanie Schlecht

Der Literaturklub Sindelfingen setzt sein Programm im Chorherrenhaus fort. Diesmal steht der Roman „Alle, außer mir“ der italienischen Autorin Francesca Melandri im Fokus.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Sindelfingen - Das Auf und Ab, das der Literaturklub Sindelfingen in den letzten anderthalb Jahren erlebt hat, wäre wohl selbst ein spannender Stoff für einen Roman. Am 16. März 2020 sollte Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ auf dem Programm stehen. Die Pandemie machte den Bücherfreunden aber einen Strich durch die Rechnung. Zwischenzeitlich entdeckten die Organisatoren des Literaturklubs ihrer digitale Kompetenz und veröffentlichten Podcasts und virtuelle Vorträge im Netz.

Mit den Lockerungen im Sommer 2020 kam kurzfristig ein bisschen Aufbruchstimmung auf: Am 20. Juli traf sich der Literaturklub im Rahmen eines strengen Hygienekonzepts erstmals wieder im Saal des Stiftshofs. Im September 2020 gab es ein weiteres Treffen, danach setzte der zweite Lockdown den Aktivitäten des Literaturklubs erneut ein jähes Ende. Erst zehn Monate später, am 19. Juli dieses Jahres, konnte die Literaturliebhaber wieder im Stiftshof neben der Martinskirche zusammenkommen.

Zurück ins Chorherrenhaus

Jetzt steht am kommenden Montag, 20. September, das nächste Treffen an. Weil die neue Verordnung es möglich macht, zieht es den Literaturklub jetzt wieder zurück ins Chorherrenhaus, wo Vortrags- und Leseabende vor der Pandemie regelmäßig stattgefunden hatten. Voraussetzung für die Teilnahme in den im Vergleich zum Stiftshofsaal deutlich beengteren Räumlichkeiten ist ein 3G-Nachweis.

Das neue Infektionsschutzgesetz der baden-württembergischen Landesregierung, das in dieser Woche in Kraft getreten ist, sorgt im Vorfeld offenbar für Diskussionen. „Nach der Einladung zum Literaturklub-Abend wurde angefragt, wie es mit der Teilnahme von Literatur-Interessierten stehe, die weder geimpft noch genesen sind“, berichtet Mit-Organisator Roland Häcker. Die Frage sei derzeit allerdings schwer zu beantworten. Sollte das Land am Montag nämlich die „Alarmstufe“ ausrufen, dürften Ungeimpfte nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Bei der „Warnstufe“ wäre es diesen Personen zwar gestattet, aber nur mit einem PCR-Test. Die Veranstalter hoffen jetzt, dass keine dieser Stufen eintritt und alle Gäste an dem Abend teilnehmen können.

Großer Roman über Migrantenschicksale

Referentin Renate Alber-Bussas wird an dem Literaturklub-Abend am Montag, 20. September, um 19 Uhr im Chorherrenhaus Francesca Melandris Buch „Alle, außer mir“ besprechen. Der dritte Roman der in Italien für ihre TV-Drehbücher bekannten Autorin ist „eine Reise in die italienische Seele“, heißt es in einem Zitat aus der Tageszeitung La Repubblica auf dem deutschen Klappentext. Der im Jahr 2018 erschienene Roman stand zehn Wochen lang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Das Buch erzählt eine spannende Familiengeschichte, die nicht nur von Berlusconi im Jahr 2010 in die Zeit des Faschismus und zu den kolonialen Aktivitäten Italiens im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zurückführt. Die Geschichte bringt die Lesererinnen und Leser auch wieder näher zu sich selbst und den überfüllten Schlauchbooten, die heutzutage im Mittelmeer an der Küste von Lampedusa anlegen. „Francesca Melandri ist ein großer zeitgeschichtlicher Roman über Migrantenschicksale und das Gift des Kolonialismus gelungen“, schreibt Buchkritikerin Julia Schröder auf „Zeit Online“.

Weitere Informationen auf der Homepage www.literaturklub-sindelfingen.de im Internet.




Unsere Empfehlung für Sie