Vortrag zu Burn-Out Auch nach dem Urlaub noch immer ausgebrannt

Von kle 

Was heißt Burn-Out und was kann man dagegen tun? Der Arzt Frank Schneider klärt in einem Vortrag über das Thema auf.

Wer unter Burn-Out leidet, steht an der Grenze zur Depression. Foto: dpa-Zentralbild
Wer unter Burn-Out leidet, steht an der Grenze zur Depression. Foto: dpa-Zentralbild

Heimsheim - „Überarbeitet, erschöpft, ausgebrannt? Die Krankheit unserer Leistungsgesellschaft.“ Mit diesen Worten kündigt der Stadtseniorenrat Heimsheim den Vortrag „Wege aus dem Burn-Out“ an, den der Mediziner Frank Schneider (55) aus Mönsheim am Mittwoch, 15. März, in Heimsheim hält. Der hausärztliche Internist studierte in Heidelberg Humanmedizin und eröffnete im Jahr 1999 seine Praxis in Mönsheim. Eine große Leidenschaft Schneiders ist seine Arbeit mit Menschen zur Stressbewältigung, mit der er sich intensiv auseinandergesetzt hat.

Herr Schneider, die Bezeichnung Burn-Out ist mittlerweile jedem ein Begriff. Aber was versteht man eigentlich darunter? Wo liegen zum Beispiel die Unterschiede zu einer normalen Überarbeitung?
Die Grenzen sind natürlich immer ein bisschen fließend. Ein wesentlicher Unterschied ist der, dass ein Überarbeiteter sich nach einem entspannten Wochenende oder einem Urlaub wieder fit fühlt. Bei Burn-Out-Patienten ist das nicht der Fall. Sie stehen an der Grenze zur Depression und leiden unter einem anhaltenden Erschöpfungszustand. Ein Burn-Out-Patient ist ein kranker Mensch, dem mehr fehlt, als dass er nur überarbeitet ist. Das hat auch was mit der Entfremdung von sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu tun.
Woran kann jemand erkennen, dass er vielleicht selbst schon unter Burn-Out leidet oder Gefahr dazu läuft? Gibt es dafür klassische Merkmale?
Als erstes ist da der fehlende Erholungseffekt, den ich genannt habe. Es zeigt sich auch an der Arbeitsbelastung, dass man zum Beispiel für die gleiche Arbeit viel mehr Zeit braucht als früher. Das führt dann wiederum zu mehr Überstunden, und so gerät derjenige in eine Spirale. Eine gute Übersicht über die Symptome gibt übrigens das „Maslach Burnout Inventory“, auf das ich in meinem Vortrag auch verweise.
Wie sind Sie dazu gekommen, sich mit diesem Thema intensiver zu befassen?
Ich hatte das Glück, dass ich recht früh eine Kursleiterschulung für autogenes Training machen konnte. Das war für mich der Einstieg in das Stressthema. Dann kam die Erprobung mit den Patienten, und da hat es mich dann gepackt. Ich sehe darin auch so ein bisschen meine Berufung. Bei dieser Arbeit bleibt für mich ein gutes Gefühl zurück.
Was erwartet die Teilnehmer Ihres Vortrags?
Ich werde als erstes versuchen, die Problematik darzustellen, und gehe dabei auch auf die Zusammenhänge mit unserer Laptop- und Handy-Gesellschaft ein, in der alles immer schnell und sofort passieren muss und die Menschen immer und überall erreichbar sein wollen. Und dann will ich natürlich aufzeigen: Was habe ich für eine Chance, da wieder herauszukommen und vorzubeugen? Das können schon ganz einfache Dinge sein wie die eigene Freizeitgestaltung. Freizeit muss immer eine Regenerationsquelle bleiben.

Termin:
Der Stadtseniorenrat Heimsheim lädt für Mittwoch, 15. März, zu dem Vortrag „Wege aus dem Burn-Out“, gehalten von Frank Schneider, ins evangelische Gemeindehaus Heimsheim (Kirchstraße) ein. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.




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