Vorurteile über Muslime Fakten über Islam in Deutschland

Die Zahl der Muslime in Deutschland wird von den meisten Deutschen zu höch geschätzt. Foto: dpa
Die Zahl der Muslime in Deutschland wird von den meisten Deutschen zu höch geschätzt. Foto: dpa

Die Wahrnehmung der Deutschen liegt in Sachen Islam oft weit abseits der Realität. Besonders der Anteil muslimischer Mitbürger wird deutlich überschätzt.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)
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Stuttgart - Die Wahrnehmung der Deutschen liegt bei wichtigen gesellschaftlichen Themen oft weit abseits der Realität. Besonders der Anteil muslimischer Mitbürger wird deutlich überschätzt. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Befragte gaben im Durchschnitt an, hierzulande sei etwa jeder fünfte Bürger (21 Prozent) muslimischen Glaubens. In Wahrheit ist es nur etwa jeder Zwanzigste, der Anteil der Muslime an der Bevölkerung beträgt um sechs Prozent, zeigen Zahlen des Bundesamts für Migration. Das sind rund vier Millionen Menschen.

Ungenaue Zahl der Moscheen

Nur schwer zu ermitteln ist die Zahl der Moscheen. Es existieren weder Verzeichnisse noch Verbandsregister. Nach Angaben des Statistik-Portals Statista, das verschiedene Quellen ausgewertet hat, gibt es in Deutschland rund 2800 Moscheen. Die wenigsten (143) sind „klassische Moscheen“ mit Minarett. Die meisten sind Gebetsräume (2660). Im Vergleich dazu gibt es rund 45 000 christliche Kirchen.

Anteil der Muslime in Deutschland

Der Anteil der Muslime mit türkischem Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik ist von 67,5 Prozent (2011) auf 50,6 Prozent (2015) gesunken. Die Türkei ist nach Angaben des Innenministerium immer noch wichtigstes Herkunftsland, aber jeder zweite Muslim kommt aus einem anderen Land. Muslimische Neuzugewanderte kommen vor allem aus bislang in Deutschland wenig vertretenen Herkunftsregionen: Naher Osten, Südostasien, den GUS-Staaten sowie Afrika südlich der Sahara.

Die meisten Musline sind Sunniten

Das muslimische Leben in Deutschland ist in Bezug auf Glaubensrichtungen, Religiosität, religiöse Praxis und Herkunft vielfältig. Aktuelle Zahlen zu den Glaubensrichtungen der Muslime in Deutschland liegen nicht vor, schreibt das Innenministerium. Aufgrund der Herkunftsregionen der Neuzugewanderten kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Sunniten weiterhin die mit Abstand größte Glaubensrichtung bilden (rund 75 Prozent), gefolgt von Aleviten mit einem Anteil von rund 13 Prozent und Schiiten mit einem Anteil von etwa 7 Prozent.




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