Vorverkauf hat begonnen „Wünsch dir was“ – neues Motto beim Böblinger Pianistenfestival

Für Festivalorganisator Ulrich Köppen ist sie noch immer „eine der besten Pianistinnen der Welt“: Lilya Zilberstein. Foto: : Andrej Grilc

Ab sofort gibt es Tickets für das Internationale Pianistenfestival 2026. Für die neue Auflage der Böblinger Klassikreihe bringen die musikalischen Gäste ihre Lieblingsstücke mit.

Eins gleich vorweg: Wer befürchtet hat, dass die Organisatoren beim kommenden Böblinger Pianistenfestival noch einmal den Sauter-Flügel auf die Bühne rollen, darf ganz beruhigt sein: Das in die Jahre gekommene und teils arg gescholtene Instrument kommt auch beim kommenden Festival nicht mehr zum Einsatz.

 

Stattdessen darf das Publikum sich im Januar und Februar 2026 auf fünf Klavierabende mit dem neuesten Bösendorfer-Modell der „280 VC“-Reihe freuen. Wie schon im Vorjahr stellt Piano Hölzle in Sindelfingen den Flügel zur Verfügung – diesmal allerdings nicht mehr kostenlos, sondern zur Miete. Damit dürfte für viele Stammgäste der überregional beachteten und mit 90 Prozent Auslastung sehr gut besuchten Konzertreihe ein Herzenswunsch wahr werden.

Um erfüllte Wünsche geht es auch beim Motto des 28. Pianistenfestivals. Der künstlerische Leiter Ulrich Köppen hat den Vortragenden diesmal nämlich kein Thema vorgegeben, sondern ihnen selbst die Wahl gelassen, welches ihrer persönlichen Lieblingsstücke sie im Württembergsaal der Kongresshalle präsentieren möchten. „Als einzige Bedingung habe ich ausgegeben, dass mindestens ein Werk von einer Komponistin dabei sein muss“, sagt der promovierte Musikwissenschaftler.

Wie Köppen berichtet, kam das Motto „Virtuose Lieblingsstücke und Werke von Komponistinnen“ bei den eingeladenen Musikgästen bestens an. „So schnell wie noch nie“ habe er seine Rückmeldungen gehabt, erzählt der Festivalorganisator lächelnd.

„Unser Anspruch ist es, das Publikum immer wieder aufs Neue zu überraschen“, sagt Köppen. Auch für den erfahrenen Klavierkenner sei diesmal die eine oder andere Überraschung dabei gewesen – insbesondere bei den von Frauen komponierten Stücken- eines davon „La Foire aux Croûtes“ von der französischen Komponistin Yvonnes Desportes. Die beiden Pianisten Florian Kunz und Oliver Prechtl werden es beim Eröffnungskonzert am 9. Januar 2026 zusammen mit Werken von Debussy und Bartók vortragen. Begleitet werden sie dabei von den lokalen Eigengewächsen Daniel Kartmann und Albrecht Volz. Beide sind seit Jahren als Schlagwerker weit über die Region hinaus bekannt.

Am 16. Januar kommt mit Ilya Shmukler der Preisträger des Concours Géza Anda. Mit dem Schweizer Klavierwettbewerb verbindet das Böblinger Pianistenfestival eine langjährige Partnerschaft. Musikkritiker nennen Shmukler einen „Vulkan“. Sein Programm enthält Werke von Maurice Ravel und Robert Schumann, als Komponistinnen hat er Fanny Hensel und Clara Schumann ausgewählt. Robert Neumann, vielfach preisgekrönter Jungstar der deutschen Klavierszene, präsentiert am 23. Januar die Uraufführung einer eigenen Klaviersonate sowie Chopins 12 Etüden op. 10 und eine Ballade von Amy Beach. Ein anspruchsvolles Programm erwartet das Publikum am 30. Januar, wenn Jacob Leuschner Werke von Bach, Schubert, Brahms und Beethoven darbietet.

Den Schlusspunkt am 6. Februar setzt Lilya Zilberstein. „Sie ist nach wie vor eine der besten Pianistinnen der Welt“, sagt Ulrich Köppen über die Mutter des ebenfalls vielfach ausgezeichneten Daniel Gerzenberg. Zilberstein spielt Rachmaninow, Skrjabin und Tanejew. Auch sie wird dem Festivalmotto gerecht und spielt Musik der russischen Komponistin Lera Auerbach.

Der reguläre Vorverkauf für das Festival hat zu Beginn dieser Woche begonnen. Zuvor konnten langjährige Stammgäste exklusiv ihre Abonnementkarten erstehen. Mit über 130 vorab verkauften Abonnements ist laut Böblingens Kulturamtsleiter Sven Reisch bereits zum Vorverkaufsstart eine Auslastung von 40 Prozent erreicht.

Eintrittskarten zu 30 Euro für einzelne Abende (ermäßigt 15 Euro) sowie Abonnements zu 120 Euro (ermäßigt 60 Euro) sind online auf boeblingen.reservix.de sowie beim Amt für Kultur unter der Telefonnummer 0 70 31 / 669-16 12 oder per E-Mail an reservierung@boeblingen.de erhältlich.

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