Vorwurf gegenüber Deutscher Bahn Lokführer sprechen von Verzögerung

Die Lokführer werfen der Deutschen Bahn eine Verzögerungstaktik vor.  Foto: dpa
Die Lokführer werfen der Deutschen Bahn eine Verzögerungstaktik vor. Foto: dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat der Deutschen Bahn vorgeworfen, die Tarifverhandlungen bewusst in die Länge zu ziehen.

Berlin - Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn erscheint der Weg zu einer Lösung noch lang. Vor einer weiteren Verhandlungsrunde am Donnerstag in Berlin warfen sich Bahn und Lokführergewerkschaft GDL gegenseitig vor, kein Interesse an einer Einigung zu haben. Bahnchef Rüdiger Grube sieht die Streikgefahr noch nicht gebannt. „Wir sind noch nicht am Ziel“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). Er zeigte sich skeptisch, ob bis Ostern eine Einigung zu erreichen sei. GDL-Chef Claus Weselsky sagte in Berlin, im Laufe des Tages würden weitere Verhandlungstermine vereinbart.

Grube sagte, in den Gesprächen sei es bisher um die Tarifstruktur gegangen, jetzt gehe es um die Inhalte. Dabei müsse aber auch die Wirtschaftlichkeit gewahrt bleiben: „Wenn die GDL Forderungen von insgesamt über zwölf Prozent stellt, ist das völlig unrealistisch“, warnte Grube. Die Lokführer verlangt fünf Prozent mehr Geld, eine Stunde weniger Arbeitszeit und eine Begrenzung der Überstunden. Aus Sicht der Bahn ergibt das zwölf Prozent.

Bisher ging es in dem seit Juli dauernden Tarifkonflikt vor allem darum, für welche Beschäftigten die GDL und die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) überhaupt verhandeln. Am Montag hatten sich Bahn und GDL auf Eckpunkte einer neuen Tarifstruktur verständigt. Darin haben künftig nicht nur die rund 18 000 Lokführer, sondern auch Berufsgruppen wie Zubegleiter, Bordgastronomen und Lokrangierführer ihren Platz. Vor dieser Einigung hatte die GDL mit einem mehrtägigen Streik der Lokführer gedroht.

Die Bahn verhandelt parallel mit der EVG und will dabei gleiche Ergebnisse erzielen. Weselsky warf dem Konzern deshalb vor, er wolle die GDL mit der EVG „gleichschalten“.

Er kritisierte Grube dafür, dass er in der „FAZ“ eine Zwangsschlichtung ins Gespräch gebracht hatte. „Das klingt ganz danach, dass die Bahn wieder nicht weiter verhandeln will und Ergebnisse erzielen will“, sagte Weselsky. „Das Ziel ist: kein Ergebnis.“ Die Gewerkschaft argwöhnt, die Bahn wolle sie hinhalten, bis ein geplantes Gesetz zur Tarifeinheit Fakten schafft.

Bahn-Personalchef Ulrich Weber widersprach. „An uns wird es nicht liegen: Wir wollen zu einer Einigung kommen.“ Er sagte aber auch, dass die Liste der Forderung der GDL lang sei.

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