Bei der ersten Vertreterversammlung nach der Fusion wurden gute Zahlen präsentiert. Die Streitfälle Widzinski und Unger sollen ad acta gelegt werden.

Etwa ein Jahr ist es her, dass die Volksbanken Raiffeisenbanken im Kreis Ludwigsburg aus drei eins machten. Mit der Eintragung ins Genossenschaftsregister am 7. Oktober 2021 wurde die Verschmelzung der VR Bank Asperg-Markgröningen, der VR Bank Neckar-Enz und der Volksbank Ludwigsburg rückwirkend zum 1. Januar perfekt. Jetzt haben sich erstmals die Vertreter der Genossenschaftsbank im Freiberger Prisma getroffen. Dabei war man erkennbar um gute Stimmung bemüht. Die der Versammlung von allen Vorstandsmitgliedern präsentierten Folien waren von fröhlich-bunten Männchen geprägt, ebenso wie von durchaus respektablen Zahlen.

Erstes Jahr nach der Fusion ein Erfolg

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch Niedrigzins, Coronapandemie und fusionsbedingter Einmaleffekte habe man 2021 gleich zum ersten Erfolgsjahr der neuen VR-Bank Ludwigsburg gemacht, so die Botschaft. Die konsolidierte Bilanzsumme sei gegenüber den kumulierten Einzelergebnissen aller drei Häuser aus dem Jahr 2020 um vier Prozent gesteigert worden – von 5,81 Milliarden Euro auf 6,042 Milliarden Euro. Dazu habe vor allem ein Plus von 7,7 Prozent beim Kundenkreditgeschäft bei den Baufinanzierungen und bei gewerblichen Krediten beigetragen. Das sei „eine großartige Leistung von ganz vielen Menschen“, betonte der Co-Vorstandsvorsitzende Timm Häberle, und das Ergebnis sei besser als erwartet.

Ein Plus trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Ebenfalls nicht erwartet hatte man wohl die negativen Schlagzeilen der jüngsten Zeit im Hinblick auf die Abwahl der langjährigen Betriebsratsvorsitzenden Andrea Widzinski und ein teures Gutachten zu einem möglichen Verstoß gegen Compliance-Regeln durch den früheren Vorstandschef der Volksbank Ludwigsburg, Karlheinz Unger. Ein Vertreter kritisierte in der Fragerunde, man habe Widzinskis Gehalt um fast 1000 Euro gekürzt. Dem widersprach Vorstandsmitglied Heiko Herbst. Man habe lediglich einen Teil ihrer Vergütung bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung der Frage einbehalten, ob die Höhe der Bezüge angemessen sei.

Negativzins fällt weg

Was den Fall von Ex-Chef Karlheinz Unger betreffe, so sei der Aufsichtsrat verpflichtet, bei Auffälligkeiten eine Sonderprüfung durchführen zu lassen, betonte Lothar Engels vom „Genossenschaftsverband – Verband der Region“. Man wolle das Ganze nun abhaken und in die Zukunft blicken. Gute Nachrichten gab es für die Sparer der VR Bank Ludwigsburg. Zum 15. Juli sollen die Negativzinsen entfallen, außer für institutionelle Anleger und Großanleger. Und die Mitglieder der Genossenschaftsbank erhalten eine Dividende von 2 Prozent.