Der Stuttgarter Autozulieferer Bosch gerät im Zuge des VW-Abgasskandals immer mehr unter Druck. In der Affäre soll Bosch eine Schlüsselrolle gespielt haben.

Stuttgart - Im VW-Abgasskandal gerät der Autozulieferer Bosch zunehmend unter Druck. „Bosch hatte über Jahre die Entwicklung und wohl auch die Nutzung seiner Software durch VW akribisch verfolgt“, haben Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) ergeben. Demnach konnte der Autohersteller die Software, die für Manipulationen an Dieselfahrzeugen genutzt wurden, ohne das Einverständnis des Stuttgarter Konzerns offenbar gar nicht verändern. NDR, WDR und SZ stützen ihre Aussagen auf eine in den USA vorliegende Klageschrift ziviler Kläger.

 

Aus der rund 740 Seiten umfassenden Schrift, die sich mit dem VW-Skandal beschäftigt, ist bereits ausführlich berichtet worden. Bisher waren aber viele Stellen, die Bosch betreffen, geschwärzt. Diese Schwärzungen sind nun aufgehoben worden. Bestandteil der Klageschrift soll auch ein Brief vom Juni 2008 sein, worin Bosch den VW-Konzern auffordert, ihn von einer Haftung freizustellen.

Bosch hat erst kürzlich in einem Brief an seine Mitarbeiter den Absatzskandal thematisiert. Darin war die Rede davon, dass es „in nächster Zeit“ weitere Berichte geben werde, „die Bosch unterschiedlich beleuchten werden“. Bosch nehme die Vorwürfe unverändert ernst, heißt es darin. Zu den jüngsten Vorwürfen wollte sich der Konzern aber nicht äußern. Derzeit arbeite man an einer Klageerwiderung.