Wälder in Korntal-Münchingen Hinweisschilder mahnen Hundebesitzer

Von Stefanie Köhler 

Frei laufende Hunde lösen in den städtischen Wäldern von Korntal-Münchingen Ärger aus. Nun gibt es Konsequenzen. Ein Förster sieht das kritisch.

Über Regeln für Hundebesitzer klärt jetzt ein Schild am Eingang zum Seewald in Korntal-Münchingen auf. Foto: factum/Granville
Über Regeln für Hundebesitzer klärt jetzt ein Schild am Eingang zum Seewald in Korntal-Münchingen auf. Foto: factum/Granville

Korntal-Münchingen - Die Jagdpächter in Korntal-Münchingen schlagen Alarm: Immer wieder scheuchen Hunde im Seewald oder im Withauwald Rehe auf. Einige Tiere seien sogar in erbärmlichem Zustand tot aufgefunden worden. Sie haben sich auf der Flucht vor einem Hund verletzt oder wurden von den scharfen Hundezähnen gerissen. Die Jagdpächter haben sich an die Stadt gewandt – erfolgreich.

An den Haupteingängen der beiden Wälder werden jetzt Hinweisschilder aufgestellt. Die Worte darauf sind deutlich. Sie mahnen Hundebesitzer, ihren Vierbeiner nur dann frei laufen zu lassen, „wenn Sie ihn jederzeit ohne Leine sicher unter Kontrolle haben und unverzüglich zu sich rufen können“. Andernfalls drohe ein Bußgeld. Das beträgt je nach Fall 250 bis 2500 Euro. „Im extremen Einzelfall“ dürften jagdübungsberechtigte Personen einen Hund töten, der „erkennbar Wildtieren nachstellt und diese gefährdet“.

Stadt registriert immer mehr Hunde

Diese Regeln hat Korntal-Münchingen nicht erfunden. Sie gelten landesweit und stehen im Jagdrecht. Trotzdem findet es die Stadt wichtig, mit Schildern Hundehalter zu informieren. „Wir wollen Aufklärung betreiben“, sagt Angelika Lugibihl, die Leiterin des Sachgebiets Umwelt-, Klima- und Naturschutz. Einige Hundehalter wüssten schlicht nicht, welche Regeln im Wald gelten. Andere ignorierten sie. „Durch die Schilder können Waldbesucher andere auf richtiges Verhalten aufmerksam machen“, sagt Lugibihl. Zumal die Stadt immer mehr Hunde registriert: Zurzeit sind es 570, vor zehn Jahren waren es noch 460 Tiere.

Sie verstehe, dass Hunde im Wald rennen wollen, sagt Lugibihl. Allerdings wisse sie aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, einen Hund unter Kontrolle zu halten, der eine Fährte aufgenommen hat. Besonders im Frühjahr, wenn Rehe trächtig sind sowie im Winter, wenn sie mangels Futter kaum Kraft haben, um vor Hunden zu flüchten, müsse man die Tiere verstärkt schützen.

Das sieht Steffen Frank ähnlich. Der Revierförster betont, dass frei laufende und wildernde Hunde ein Problem in allen Wäldern seien. „Korntal-Münchingen ist kein Schwerpunkt. Jeder Hund jagt.“ Er bezweifelt aber, dass Schilder helfen. Ein Großteil der Waldbesucher halte sich bereits an die Regeln. „Und der Teil, dem es egal ist, der liest keine Schilder“, glaubt der Förster. Aus seiner Sicht müsse man Waldbesucher auch regelmäßig über Zeitungen oder Amtsblätter der Kommunen informieren.

Hunde sollten bei Fuß laufen

Eine enorme Gefahr geht offenbar von großen und schnellen Hunden aus, die leise jagen. „Einen laut bellenden Pudel nimmt kein Reh ernst“, sagt Frank. Kritisch seien auch Hunde, die Reiter begleiten. „Ein Reiter muss erst absteigen, bevor er seinen Hund im Zweifelsfall zurückholen kann.“ Laut Frank sollten Hunde bei Fuß laufen. Wie sehr ein Tier auf seinen Besitzer hört, sei eine Frage der Erziehung. Der Förster hofft, dass sich das Verhalten uneinsichtiger Hundehalter langfristig ändert. „Bis die Kotbeutel auf Akzeptanz gestoßen sind, hat es auch eine Weile gedauert.“ Zwei Drittel der Halter verwendeten sie inzwischen. „Grundsätzlich sind uns die Hände gebunden. Wir können nur an das gute Miteinander appellieren“, weiß Frank.

Vor allem, da sich im waldarmen Kreis Ludwigsburg immer mehr Menschen im Grünen erholen. „Die Störungen für Wildtiere durch Waldbesucher nehmen zu“, sagt Angelika Lugibihl aus Korntal-Münchingen. Sie meint außer Spaziergängern Jogger, Reiter, Radler und Mountainbiker. Gerade letztere seien teils sehr rasant unterwegs – und abseits der Wege. Im Frühjahr und Winter sollten auch Menschen möglichst auf den Waldwegen bleiben.




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