Neckar in Stuttgart Heizen mit Wärme aus dem Flusswasser

Die Firma Scholpp zeigt Interesse daran, den Firmensitz mit Wärme aus dem Neckar zu beheizen. Foto: Lichtgut
Die Firma Scholpp zeigt Interesse daran, den Firmensitz mit Wärme aus dem Neckar zu beheizen. Foto: Lichtgut

Die Scholpp Kran- und Transport GmbH im Stuttgarter Hafen zeigt Interesse an einer Pilotanlage, mit der dem Neckar Wärme entzogen werden soll. Statt mit Öl könnte so künftig der Unternehmenssitz beheizt werden.

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Stuttgart - Das auf Großkräne und Industriemontagen spezialisierte Unternehmen Scholpp mit Sitz am Mittelkai im Stuttgarter Hafen erwägt, seine Zentrale künftig mit Hilfe des Neckars zu beheizen. „Unser Gebäude und die Ölheizung sind 30 Jahre alt, wir wollen die Heizung erneuern“, sagt Uwe Stuttfeld von der Martin Scholpp Immobilien GmbH.

Pilotprojekt zur Nutzung von Wärme

Beim Neubau der Niederlassung Leonberg habe man 2020 auf Fotovoltaik und Geothermie zur Heizung und Kühlung des Gebäudes gesetzt, nun wolle man wenn möglich ein Pilotprojekt zur Nutzung von Wärme aus dem Neckar umsetzen. Vor zwei Jahren habe Scholpp für sein Gebäude Am Mittelkai 22 eine neue Gasheizung installiert. Damals sei extra ein Gasanschluss gelegt worden. Für die große Industriehalle am Mittelkai 20 mit 120 Meter Länge nutze man künftig Gas-Infrarotstrahler statt der alten Warmluftheizung. Die Halle soll mit Fotovoltaikmodulen belegt werden. Die Firmenzentrale benötige voraussichtlich 200 Kilowatt Heizleistung, so der von Scholpp beauftragte Energieberater Claus Deppert.

Klimaschutzziele erreichen

Bisher sei an einen Brennwertkessel mit Luft-Wasser-Wärmepumpe gedacht. Durch die Entnahme von Neckarwasser wäre auch eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe möglich. „Dazu brauchen wir die Unterstützung der Stadt und des Wasser- und Schifffahrtsamtes für eine Pilotanlage“, so der Energieexperte. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Stuttgart und der Geschäftsführer der Klima- und Energieagentur des Landes, Volker Kienzlen, hatten jüngst den Neckar als Energiequelle sowie die Nutzung von Abwärme aus Industrieanlagen entlang des Flusses ins Spiel gebracht, um fossile Energieträger zu ersetzen und die Klimaschutzziele zu erreichen.




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