Wärmewende in Sulzbach 70 weitere Gebäude hängen am Nahwärmenetz

Baustellenbesichtigung am Sulzbacher Nahwärmenetz: Vertreter von SGEW, Gemeinde, Ingenieurbüro und Baufirmen mit Bürgermeisterin Veronika Holz. Foto: rivat

In Sulzbach an der Murr ist das Nahwärmenetz erweitert worden. 70 weitere Gebäude erhalten nun Wärme, die laut Betreiber überwiegend erneuerbar erzeugt wird.

Rems-Murr: Chris Lederer (cl)

In Sulzbach an der Murr sind 70 weitere Gebäude an das Nahwärmenetz angeschlossen worden. Die Süwag Grüne Energien und Wasser AG & Co. KG, kurz SGEW, hat den Ausbau nach eigenen Angaben planmäßig abgeschlossen. Seit dem Spatenstich im Herbst 2024 wurden dafür rund 3500 Meter neue Rohrleitungen verlegt.

 

Die neue Trasse reicht vom Ortskern bis in das Wohngebiet Hofäcker. Angeschlossen wurden nach Angaben des Unternehmens überwiegend Einfamilienhäuser sowie kleinere Mehrfamilienhäuser. Bis Mai 2026 seien Gehwege und private Vorgärten wieder vollständig hergerichtet worden.

Technische Arbeiten in der Heizzentrale

Der Ausbau betraf nicht nur die Leitungen im Boden. In der Heizzentrale mussten zwei neue Pufferspeicher und ein zweiter Abgaswärmetauscher installiert werden, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Weil der neue Wärmetauscher nicht in das Gebäude passte, mussten nach Angaben der SGEW der 800-Kilowatt-Holzhackschnitzelkessel versetzt und sämtliche Anschlüsse erneuert werden. „Alles in allem sind wir gut vorangekommen. Nur in der Heizzentrale warteten ein paar Herausforderungen auf uns“, sagt Christoph Lohrmann, verantwortlicher Projektingenieur bei der SGEW.

90 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen

Das Sulzbacher Netz wird nach Angaben des Betreibers überwiegend mit erneuerbarer Wärme gespeist. Rund 50 Prozent stammen aus einer Biogasanlage, weitere 40 Prozent aus dem Holzhackschnitzelkessel. Der fossile Spitzenlastkessel sei in der vergangenen Winterperiode nur an besonders kalten Januartagen eingesetzt worden.

Nach dem Anschluss der 70 zusätzlichen Gebäude stellt die SGEW in Sulzbach insgesamt jährlich rund neun Millionen Kilowattstunden Wärme bereit.

Die Gemeindeverwaltung zieht ebenfalls eine positive Bilanz. Ein bestehendes Wegenutzungsrecht habe es der SGEW ermöglicht, die Leitungen ohne größere bürokratische Hürden zu verlegen. Bürgermeisterin Veronika Holz spricht von einer Entlastung für die Gemeindeverwaltung und einer „zukunftssicheren Heizalternative“ für Bürgerinnen und Bürger.

Weitere Großprojekte sind nicht geplant

Die SGEW betreibt das Wärmenetz in Sulzbach seit 1997. Begonnen hatte die Versorgung nach Unternehmensangaben im Wohngebiet Ziegeläcker und am Schulzentrum. Seitdem wurde das Netz mehrfach erweitert.

Derzeit sind laut SGEW keine weiteren Großprojekte geplant. Entlang der bestehenden Trassen gebe es aber noch Kapazitäten für zusätzliche Anschlüsse. „Wir setzen nun auf punktuelle Nachverdichtungen, um das Netz noch effizienter zu machen“, sagt Lohrmann.

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