Der Papst konnte leider nicht nach Wäschenbeuren kommen, da er sich im Urlaub befindet“, entschuldigte sich der Bauhofleiter von Wäschenbeuren und Sprecher aller Gemeindemitarbeiter, Sebastian Zinßer, mit einem Augenzwinkern. Er hielt die Begrüßungsrede bei einer außergewöhnlichen Feier zur Verabschiedung des Bürgermeisters Karl Vesenmaier in den Ruhestand. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollten ihrem Chef nach 41 Jahren ein besonders würdiges Geschenk machen, das auch noch in vielen Jahrzehnten auf dessen Ära als Bürgermeister hinweisen soll.
Ein Feldkreuz am Karl Vesenmaier Weg
Nach einer großen Abschiedsparty am vergangenen Mittwoch luden Zinßer und seine Mannen jetzt alle Verwaltungsangestellten zu einer weiteren Feier für Karl Vesenmaier und dessen Frau Annerose ein. Die beiden wurden zu Hause abgeholt und mussten sich auf eine kleine Wanderung in die Natur um Wäschenbeuren begeben, ohne zu wissen, was sie erwarten würde. Sie wanderten auf dem Weg, den Vesenmaier regelmäßig für seine Fitness nutzt, und kamen an einem Schild vorbei mit der Aufschrift „Karl Vesenmaier Weg“. Das war die erste Überraschung. Ein paar Hundert Meter weiter wurde diese noch getoppt: Am Wegrand stand ein, noch verhülltes Feldkreuz.
„Was schenkt man einem Bürgermeister und Chef, der nach so vielen Jahren in den Ruhestand geht?“, fragte Zinßer – und gab gleich selbst die Antwort: „Wir wollen als Symbol der Dankbarkeit Ihnen, Herr Vesenmaier, mit diesem Feldkreuz ein kleines Denkmal setzen. Es soll an Ihr Wirken und Ihre Verdienste von 1982 bis 2024 erinnern.“ Auf der Erinnerungstafel steht: „Gewidmet Herrn Karl Vesenmaier für über 41 ehrenvolle Jahre als Bürgermeister. Wäschenbeuren, 08.03.2024“. Eine Besonderheit zur Nachhaltigkeit: Das Feldkreuz wurde aus dem Holz einer abgestorbenen und umgefallenen Eiche aus der unmittelbaren Nähe erstellt.
Ein Pfarrer springt für den Papst ein
Da der Papst, wie erwähnt, verhindert war, segnete der Pfarrer Bernhard Schmid, der eigens aus Tübingen angereist war, das Feldkreuz. Vesenmaier bedankte sich sichtlich gerührt und betonte, dass die vielen Leistungen und Erfolge in der Gemeinde nicht durch ihn allein möglich waren, sondern nur durch die Unterstützung vieler Menschen und vor allem durch den Einsatz seiner überaus kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Ohne diese wäre das alles gar nicht möglich gewesen, weshalb ich ihnen die große Wertschätzung und Anerkennung, die mir zuteilwurden, in gleichem Maße weitergeben möchte.“