Wagenburg-Gymnasium Die Stärken der Schüler fördern

Von Ralf Recklies 

Schüler des Wagenburg-Gymnasiums schauen künftig regelmäßig bei Alcatel-Lucent herein. Das Kommunikationstechnik-Unternehmen und das Gymnasium haben ihre Kooperation in einer Bildungspartnerschaft vertraglich besiegelt.

Die neue Partnerschaft ist mit Unterschriften besiegelt worden. Foto: Martin Stollberg
Die neue Partnerschaft ist mit Unterschriften besiegelt worden. Foto: Martin Stollberg

S-Ost - „Rund 90 Prozent aller allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen in Stuttgart haben eine Bildungspartnerschaft mit mindestens einem Unternehmen“, sagt Ulrike Kälberer, die verantwortliche Projektkoordinatorin für Bildungspartnerschaften bei der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK). Seit Mittwoch gehört auch das Wagenburg-Gymnasium im Stuttgarter Osten zum Kreis der Bildungseinrichtungen, die auf eine dauerhafte Kooperation mit einem Wirtschaftsunternehmen setzen. Das in Zuffenhausen ansässige Unternehmen Alcatel-Lucent wird künftig eng mit dem Wagenburg-Gymnasium kooperieren.

Den Partnerschaftsvertrag haben die Schulleiterin Petra Wagner und Stefanie Püpcke, die künftig für Deutschland zuständige Alcatel-Lucent-Ausbildungsleiterin in Deutschland, am letzten Schultag vor den Sommerferien unter dem Beifall vieler Schüler, Lehrer und Eltern unterzeichnet. „Das weltweit agierende Unternehmen wird uns künftig dabei unterstützen, dass die Schüler einen guten Übergang in Studium und Beruf schaffen“, so die Oberstudiendirektorin Petra Wagner bei der Vertragsunterzeichnung. Die Schulleiterin ist überzeugt: „Alcatel-Lucent ist für uns der perfekte Partner.“

„Frische Ideen und frisches Blut“

Die Einschätzung Wagners kommt freilich nicht von ungefähr. In den vergangenen Jahren haben das Wagenburg-Gymnasium und Alcatel-Lucent bereits verschiedene Projekte gemeinsam gestemmt. Dieses Engagement werde ab dem Schuljahr 2012/13 deutlich intensiviert. Dass die Zusammenarbeit künftig eine neue Qualität erhält, davon ist auch Monika Schleifer, die seitherige Ausbildungsleiterin bei Alcatel-Lucent, überzeugt. Sie hat gemeinsam mit der Gymnasiallehrerin Claudia Schöllkopf die Bildungspartnerschaft auf den Weg gebracht. Sie hofft, künftig für das ursprünglich aus Frankreich stammende Unternehmen „frische Ideen und frisches Blut“ zu bekommen.

Dass Bildungspartnerschaften für Schüler und Unternehmen gleichermaßen Vorteile bringen, weiß Schleifer aus den bereits bestehenden Bildungspartnerschaften des Unternehmens mit dem Eschbach-Gymnasium im Stuttgarter Stadtteil Freiberg und einer weiteren Schule in Backnang. „Wir haben erste Verträge mit Schulabgängern abgeschlossen, die nun eine Ausbildung bei uns machen“, sagt Schleifer. „Unsere Fachkräfte von morgen gehen heute noch in die Schule“, weiß Schleifer. Sie hält es für wichtig, dass Unternehmen und Schulen aufeinander zu gehen und sich gemeinsam für den Nachwuchs engagieren.

Schnupperpraktika und Bewerbungstraining

Dass die Kooperation von Alcatel-Lucent und dem Wagenburg-Gymnasium künftig vielfältig sein wird, erläuterte Claudia Schöllkof. Für Neuntklässler werden Firmenbesichtigungen angeboten, in den Klassenstufen neun bis zwölf können die Schüler zudem Schnupperpraktika absolvieren und so die Ausbildungskonzepte von Alcatel-Lucent und die vielfältigen Aufgaben in einem großen Unternehmen kennenlernen. An den Girls’- und Boys’-Days bietet das Zuffenhäuser Unternehmen künftig feste Plätze für die Wagenburg-Gymnasiasten an. Dazu gibt es gezielte Informationsveranstaltungen zum Thema Duales Studium. Außerdem bieten Experten des Industrieunternehmens den Schülern die Möglichkeit an, an Bewerbungstrainings teilzunehmen.

„Wir wollen erreichen, dass die Schüler ihre Stärken entdecken“, sagt Monika Schleifer. Nicht immer sei die Zwei in Mathe das Wichtigste. Auf ein selbstsicheres und gutes Auftreten werde heute ebenfalls Wert gelegt. „Die Offenheit für fremde Kulturen bildet bei uns eine Kernkompetenz“, sagt Schleifer. Schließlich sei Alcatel-Lucent international tätig. An drei Ausbildungsstandorten bildet das Unternehmen in Deutschland mehr als 100 junge Menschen aus.

Von der losen zur vertraglich gefestigten Kooperation

Der Bezirksvorsteher Martin Körner ist sicher, dass die jetzt geschlossene Bildungspartnerschaft den Schülern des Wagenburg-Gymnasiums neue Perspektiven bietet. Er sieht in der Kooperation gute Chancen für die Jugendlichen, „die eigenen Stärken auch abseits des Unterrichts zu entdecken“. Den Schülern sagte er: „Die Unternehmen werden sich die Finger danach lecken, Euch zu bekommen, wenn Ihr gut ausgebildet seid.“

Nach Einschätzung des stellvertretenden Elternbeiratsvorsitzenden Bernhard Herp bringt die Zusammenarbeit „vielfältige Vorteile für alle Beteiligten.“ Dass diese nun auf einem Vertrag basiert, freut ihn besonders. So sei die Nachhaltigkeit der bisher losen Kooperation gesichert. So würden die möglichen Bildungspotenziale noch besser ausgeschöpft und die Schüler könnten obendrein erfahren, „wie Unternehmen heute wirklich ticken“.

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