Wahl des IHK-Hauptgeschäftsführer Kakteen fordern Verschiebung der Wahl bei der IHK

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Die Kammerkritiker wollen eine neue Runde im Bewerbungsverfahren einleiten. Zudem verlangen sie die Wahl einer Findungskommission aus den Reihen der Mitglieder der Vollversammlung.

Johannes Schmalzl ist der einzige Kandidat für den Posten des Hauptgeschäftsführers bei der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Foto: dpa
Johannes Schmalzl ist der einzige Kandidat für den Posten des Hauptgeschäftsführers bei der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Foto: dpa

Stuttgart - Die kammerkritische Kakteengruppe will die Wahl des neuen Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart verschieben. Einen entsprechenden Antrag werde man der Vollversammlung der Industrie und Handelskammer am 20. April vorlegen. An diesem Tag soll nach den bisherigen Plänen der Kammer der neue Hauptgeschäftsführer gewählt werden.

„Es kann doch nicht sein, dass bei 200 Bewerbern nur ein Kandidat übrig bleibt, den die Findungskommission der Vollversammlung vorschlagen will, sagte Jürgen Klaffke, einer der Sprecher der Kakteen. Tatsächlich tritt nach dem Rückzug eines zweiten Kandidaten nur Johannes Schmalz, der frühere Regierungspräsident von Nord-Württemberg als Kandidat an. Bei mehr als 200 Bewerbern hätte man sicher mehr Interessenten finden können, die man der Vollversammlung hätte vorschlagen können, kritisierte Klaffke. So aber sei nach einem langen und teuren Auswahlverfahren just der Kandidat zum Zuge gekommen,den die Findungskommission ohnehin gewollt hätte. Da der jetzige Hauptgeschäftsführer Andreas Richter einen noch bis zum kommenden Januar laufenden Vertrag habe, sei genügend Zeit vorhanden, um ein neues Bewerbungsverfahren einzuleiten.

Die Kakteen verfügen über 33 der 100 Sitze in der Vollversammlung. Wenn alle Mitglieder vollständig erscheinen und wie bisher abstimmen, hat der Antrag also keine Chance. Dies sieht auch Klaffke so. Es sei aber auch schon vorgekommen, dass die Vollversammlung nichtkomplett sei. „Wir legen den Antrag vor und dann sehen wir mal, was passiert“, meinte Klaffke. Im Falle einer Ablehnung wollen die Kakteen aber keine juristischen Schritte einleiten. „Dies gibt die Satzung nicht her“, sagte der Kakteen-Vertreter.

Kritik am Auswahlverfahren

Auch wenn der Antrag nicht angenommen werde, sei er ein Beitrag in einem Prozess, der zu mehr Transparenz bei der Industrie- und Handelskammer führen solle. Auch die Zusammensetzung der Findungskommission für die aktuelle Kandidatenrunde sei nicht bekannt gemacht worden. Die Kakteengruppe will deshalb am 20. April einen weiteren Antrag vorlegen. In diesem soll die Wahl einer Findungskommission aus den Reihen der Vollversammlungsmitglieder gefordert werden. Dabei wollen auch die Kakteen Mitglieder in der Kommission stellen. Nach Meinung von Klaffke ist die Entscheidung über den Antrag der Kakteen auf einer Verschiebung der Wahl des Hauptgeschäftsführers auch ein Test dafür, ob die neue IHK Präsidentin Marjoke Breuning tatsächlich wie angekündigt auch auf die Kritiker zugeht. „Wir werden sehen ob sie das will und ob sie eine transparentere IHK will und durchsetzen kann“, sagte der Sprecher der Kakteen. In unserem Antrag verlangen wir, dass wir wieder bei Null anfangen „und damit ist Frau Breuning im Spiel“. Klaffke sitzt bereit in der zweiten Wahlperiode in der Vollversammlung und ist selbstständiger Unternehmensberater. Zu seinen Kunden gehören Einrichtungen der Altenpflege.

Kakteen: Antrag ist ein Test für die neue Präsidentin

Andreas Richter, der Hauptgeschäftsführer der Stuttgarter IHK sagte, man werde den Antrag der Kakteen selbstverständlich der Vollversammlung vorlegen. „Diese wird dann entscheiden.“ Eine weitere Stellungnahme seitens der IHK war nicht zu erhalten.