Wahlen im Landkreis Ludwigsburg So lief es in den Bottwartalgemeinden

Die Stimmen sind ausgezählt – auch in Benningen. Foto: Archiv (KS-Images.de/Karsten Schmalz)

In vielen Kommunen im Landkreis Ludwigsburg haben Listen die etablierten Parteien ersetzt. In einigen Kommunen ziehen wieder Grüne in den Gemeinderat, in Pleidelsheim verschwinden sie. Dafür trumpft dort die CDU auf.

Im folgenden Text geben wir eine Übersicht, welche Veränderungen die Kommunalwahlen in acht Gemeinden aus unserem Verbreitungsgebiet mit sich gebracht haben.

 

Affalterbach

Die mit 74,96 Prozent höchste Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl gab es in Affalterbach, wo gleichzeitig auch Bürgermeister Steffen Döttinger für eine vierte Amtszeit kandidierte und sich mit 54,4 Prozent gegenüber dem Mitbewerber Frank Zeller (41 Prozent) behaupten konnte. Großer Gewinner der Kommunalwahlen war die CDU, die die Freien Wähler als größte Fraktion im Gemeinderat ablöste. Die CDU gewann einen Sitz dazu und stellt nunmehr fünf Vertreter, die Freien Wähler sanken von fünf auf vier ab. In Sven Gunßer, Boris Schwarz und Jan Geisbauer zogen drei neue Köpfe bei der CDU ein. Die SPD verteidigte ihre drei Sitze. Die Unabhängige Liste Affalterbach (ULA) ist künftig nur noch mit Elisabeth Koch vertreten, Frank Bendix verfehlte den Wiedereinzug. Neu dabei sind dafür die Grünen in Person von Thomas Stier.

CDU: Sven Gunßer, Andreas Neuweiler, Boris Schwarz, Jan Geisbauer, Uwe Zimmerle. FWV: Helmut Rikker, Dirk Dietz, Rudolf Häußermann, Roland Köcher. SPD: Sven Harder, Stefan Hinner, Bernd Feinauer. ULA: Elisabeth Koch. Grüne: Thomas Stier.

Benningen

Weitgehend bekannte Namen, allerdings teilweise in einem neuen Gewand, gibt es im neuen Gemeinderat in Benningen. Denn einige Wochen vor der Wahl hatte der CDU-Gemeinderat Edgar Brucker angekündigt, eine Unabhängige Liste Benningen zu gründen, da sich die CDU – wie andere Parteien auch – von der Lebensrealität der Menschen entfernt habe. Es solle mehr um Sach- und weniger um Parteipolitik gehen, hatte Brucker argumentiert. Brucker selbst wie auch seine ehemaligen CDU-Mitstreiterin Anna Maria Lo Bello schafften als ULB-Kandidaten den Sprung ins neue Gremium, neu ist ULB-Kandidat Felix Fedler.

Für die CDU sitzt in Sascha Neib nunmehr nur noch ein einziger Kandidat im neuen Gemeinderat. Je einen Sitz büßten die Freien Wähler (von sieben aus sechs) und die SPD ein (von drei auf zwei). Diese werden in den kommenden fünf Jahren von zwei Vertretern der Grünen eingenommen, Susanne Fröhlich und Edwin Neil Kubotat.

FWV: Edgar Entenmann, Gabriele Kölbel-Schmid, Harald Hausmann, Hrisula Katsiana, Nicole Neumeister, Sonja Lenz. SPD: Jan Kirchhoff, Ilse Käß. ULB: Anna Maria Lo Bello, Edgar Brucker, Felix Fedler. Grüne: Susanne Fröhlich, Edwin Kubotat. CDU: Sascha Neib.

Erdmannhausen

Vanessa Gruber ist bei der Kommunalwahl in Erdmannhausen wie vor fünf Jahren die Stimmenkönigin (3057) gewesen. Allerdings: Damals war sie für die CDU angetreten, mittlerweile hat sie bei den Freien Wählern ihre Heimat gefunden. Diesen Wechsel haben ihr die Wähler in der Brezelgemeinde nicht übel genommen. Auch dank Vanessa Gruber stellt die FWV im neuen Gremium mit fünf Sitzen die stärkste Fraktion. Wie bisher gibt es drei weitere, die nach wie vor jeweils mit drei Mitgliedern vertreten sind: CDU, Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgerliste Erdmannhausen. Hinter Letzterer stehen ehemalige SPD-Abgeordnete, die sich zu einer neuen Liste zusammengeschlossen haben.

FWV: Vanessa Gruber, Matthias Rogel, Uwe Förster, Renate Väth, Frank Otterstätter. CDU: Rainer Kleinknecht, Rainer, Ilona Schondelmaier, Timo Hoffmann. Grüne: Martina Glees-Brück, Dorothee Betz, Roland Schumacher. BLE: Hans-Georg Götz, Sina Baßler, Juliane Schaub.

Kirchberg

Keine großen Veränderungen gegenüber der letzten Sitzungsperiode gibt es im Gemeinderat in Kirchberg/Murr. Von den 14 alten Gemeinderäten wurden zwölf wiedergewählt, lediglich Klaus Anstett (Bürgerunion Kirchberg/BUK) und Andrea Weiler (Unabhängige Bürgerschaft Kirchberg/ UBK) tauchen im neuen Gremium nicht mehr auf. Auch unter den vier Listen gab es nur wenige Verschiebungen: Die BUK ist nur noch mit vier statt wie bisher mit fünf Gemeinderäten vertreten, dieser wanderte an die Freie Liste, für die Derya Aydin als dritte Vertreterin neben die bisher schon amtierenden Gudrun Wilhelm und Martin Wolf tritt. Die drei Vertreter des gesunden Gemeinwesens Kirchberg (GGK) wurden ebenso bestätigt wie drei der vier UBK-Gemeinderäte, darunter Stimmenkönig Christoph Berroth (1886). Nachfolger von Andrea Weiler wird David Schenk.

BUK: Bernd Bosshart, Gerd Bärlin, Manuela Vodopija, Reinhard Enge. UBK: Christoph Berroth, Ulrich Jäckle, Gebhard Kunzi, David Schenk. Freie Liste Kirchberg: Gudrun Wilhelm, Martin Wolf, Derya Aydin. GGK: Erich Drexler, Ulf Schmid, Carola Maier.

Mundelsheim

Vier statt bisher drei Listen gibt es in den kommenden fünf Jahren im Mundelsheimer Gemeinderat. Neben den bisher schon existierenden Freie Bürgerliche Wählervereinigung (FBW), Bürgerliche Wählervereinigung Mundelsheim (BWV) und Freie Wählervereinigung Mundelsheim (FVW) gehört dem neuen Gremium nunmehr zusätzlich die Liste „Familien für Mundelsheim“ an. Diese eroberte bei der Wahl auf Anhieb zwei Sitze, die Silke Großmann und Robert Engel einnehmen werden. Je einen Sitz abgeben mussten dafür die FBW und die BWV, die nunmehr nur noch mit vier beziehungsweise drei Kandidaten vertreten sein werden.

Nicht mehr zur Wahl stellte sich nach vielen Jahrzehnten für die FBW Andreas Link, der auch erster stellvertretender Bürgermeister war. Neu für die FBW im Gremium ist Shirley Tränkle. Die Interessen der FWV vertritt in Zukunft als neuer Kopf Marko Matic. In Mundelsheim lag die Wahlbeteiligung bei fast 71 Prozent.

FBW: Dirk Breisig, David Fink, Franziska Link, Shirley Tränkle. FWV: Beate Fähnle, Thomas Kizler, Marko Matic. BWV: Markus Schütz, Maximilian Gutsche, Christian Bürkle. Familien für Mundelsheim: Silke Großmann, Robert Engel.

Murr

Keine großen Veränderungen zieht die Kommunalwahl für Murr nach sich, an der sich 66,5 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten. Von den 14 Gemeinderäten wurden 13 wiedergewählt. Lediglich Guido Seitz (SPD) gehört nach drei Amtszeiten dem Gremium nicht mehr an. Die Sozialdemokraten verloren einen Sitz und sind in den kommenden fünf Jahren nur noch durch Said Benali und Uwe Funk vertreten. Ihren Status als stärkste Fraktion konnten die Freien Wähler ausbauen. Sie gewannen zu ihren bisherigen fünf Sitzen einen weiteren hinzu, den Lukas Albrecht einnehmen wird. Die CDU bleibt mit vier Vertretern die zweitstärkste Fraktion und stellt in Markus Kaiser den Stimmenkönig (3396). Die Grünen werden weiterhin von Ellen Mohr-Essig und Tayfun Tok vertreten, der auch Mitglied im Landtag ist.

FWV: Uwe Riedel, Hauke Bühler, Liane Sinn, Marcus Leibbrandt, Julian Riedel, Lukas Albrecht. CDU: Markus Kaiser, Giorgio Monteleone, Gunter Eberhardt, Florian Gärtner. SPD: Said Benali, Uwe Funk. Grüne: Tayfun Tok, Ellen Mohr-Essig.

Oberstenfeld

Die Wiederwahl vieler bekannter Gesichter und keine Verschiebungen zwischen den Fraktionen sind das Ergebnis der Wahl in Oberstenfeld mit einer Wahlbeteiligung von 67,35 Prozent. Die Freien Wähler stellen wie bisher acht Gemeinderatsmitglieder und sind damit nach wie vor knapp die stärkste Fraktion von der CDU, die einen Vertreter weniger entsendet – wie in den vergangenen fünf Jahren auch. Lediglich die SPD gab einen Sitz ab und ist nunmehr nur noch mit drei statt mit vier Gemeinderäten in dem Gremium vertreten, das nunmehr wieder 18 Mitglieder hat.

Bei den Freien Wählern wurden sechs der acht bisherigen Gemeinderatsmitglieder wiedergewählt, nur Alexander Wolf und Dietmar Theiss sind nicht mehr dabei. Für sie rückten Alina Heidak und Simon Kori nach, der bisher schon im Ortschaftsrat Gronau saß. Einen solchen Aufsteiger gibt es auch bei der CDU, hier zieht in Eberhard Wolf der Ortsvorsteher von Prevorst neu in den Gemeinderat ein – zusammen mit Michael Streicher. Nicht mehr dabei sind dafür Gert Friedrich und Michael Schilpp. Bei der SPD wurden Ulrike Kemmer und Wolf Lutz wiedergewählt, neu dabei ist Walter Deuble.

FW: Michael Meder, Andreas Fender, Heiko Brosi, Gernot Waldbüßer, Michael Sommer, Alina Heidak, Heidi Breznikar, Simon Kori. CDU: Christina Nesper-Joza, Daniel Heß, Michael Streicher, Ursula Keppler, René Sabota, Oliver Beck, Eberhard Wolf. SPD: Ulrike Kemmer, Rolf Lutz, Walter Deuble.

Pleidelsheim

Wie im Bundes- und Landestrend ist in Pleidelsheim die CDU großer Sieger. Die Christdemokraten bekamen in Pleidelsheim 41,92 Prozent der Stimmen und stellen in dem 14er-Gremium mit sechs Vertretern zukünftig fast die Hälfte der Mitglieder. Vier der fünf bisherigen Kandidaten wurden wiedergewählt, neu dazu kommen Patrick Sirch und Ralf Kaspar. Zweitstärkste Kraft bleibt die Wählervereinigung „Wir für Pleidelsheim“, deren drei Vertreter alle erneut ins Gremium einzogen. Die Freien Wähler werden weiterhin von Thomas Keller und Frank Schumann repräsentiert. Einen Sitz abgeben musste die SPD, die nunmehr nur noch mit zwei Vertretern im Gemeinderat sitzt. Gar nicht mehr zur Wahl war die Offene Grüne Liste Pleidelsheim angetreten, die bis zur nächsten Wahl neuen Nachwuchs rekrutieren will. Dafür ist die Wählervereinigung Vielfalt, die sich für Chancengleichheit unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status einsetzen will, erstmals in Person von Hasan Uzun vertreten.

CDU: Timo Günther, Susanne Düding, Frank Breuer, Patrick Sirch, Manfred Ziegler, Ralf Kaspar. WIR: Christel Staudenmaier, Albrecht Reuther, Armin Vogel. FWV: Thomas Keller, Frank Schumann. SPD: Giulia Tambè, Michael Beutel. Vielfalt: Hasan Uzun.

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