Wahlen zum Jugendgemeinderat in Weinstadt 24 gehen auf Stimmenfang

Von Luitgard Schaber 

Der Wahlkampf für den Jugendgemeinderat Weinstadt hat begonnen. Die Plakate sind in der Stadt ausgehängt worden. Im März wird abgestimmt.

Die Kandidaten für die  Wahl des Jugendgemeinderats stehen fest. Foto: Gottfried Stoppel
Die Kandidaten für die Wahl des Jugendgemeinderats stehen fest. Foto: Gottfried Stoppel

Weinstadt - Der Weinstädter Stadtjugendreferent Kurt Meyer hat gut lachen: Er kann ein ordentliches Kandidatenfeld für die vom 6. bis zum 16. März laufende Jugendgemeinderatswahl vorweisen. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus. Die Jugendlichen machten es spannend, gaben vielfach erst knapp vor dem Ende der Frist am Donnerstag ihre Bewerbungen ab und brachten Meyer damit ins Schwitzen. Gemeinsam mit Rektoren, Lehrern, Schulsozialarbeitern und den Mitarbeitern des Hauses der Jugendarbeit habe er bis kurz vor Schluss „massiv“ unter ihnen dafür geworben, sich als Kandidat aufstellen zu lassen – mit Erfolg. 13 Bewerber hätte es mindestens gebraucht. Nun sind es 24, die einem von den Wahlplakaten, die überall in der Stadt hängen, entgegenlächeln.

Auch der Jugendhausleiter Daniel Menz ist überrascht, dass doch noch so viele Bewerber zusammengekommen sind. So hatte er beim kostenlosen Kandidatenshooting, das die Stadt den Jugendlichen anbot, jede Menge zu tun, um diese für das Wahlplakat zu fotografieren. Unsere Zeitung nützte die Gelegenheit, um mit einigen Bewerbern ins Gespräch zu kommen. Warum haben sie sich entschlossen zu kandidieren? Welche Ziele haben sie sich im Falle ihrer Wahl gesteckt?

Jugendhaus renovieren und mehr Plätze für Jugendliche

Er habe es „schon lange auf dem Schirm gehabt“ sich zu bewerben, sagt Gaetano Reitano, „aber ich war mir unschlüssig, ob das für mich infrage kommt.“ Was hat den Ausschlag gegeben, dass er seine Unterlagen kurz vor knapp im Rathaus abgegeben hat? „Dass man wirklich etwas verändern kann, ein Mitspracherecht hat, und es gut ist, dass die Jugend Interesse zeigt.“ Was er gerne verändern möchte, weiß Gaetano, der auf die Reinhold-Nägele-Realschule geht, schon: das Jugendhaus renovieren und dafür sorgen, dass es auch draußen mehr Plätze gibt, wo sich Jugendliche treffen können.

Ersteres ist auch Hendrik Behning ein Anliegen. Er ist ebenfalls einer derjenigen, die sich auf den letzten Drücker gemeldet haben. „Ein Haufen Lehrer ist auf mich zugekommen und meinte, dass es sich lohnen würde“, begründet der Realschüler seine Entscheidung. Vor allem aber hätten ihn seine Mitschüler dazu motiviert. Auf ihre Unterstützung setzt der 16-Jährige jetzt im Wahlkampf. Dennoch wolle er ihn cool angehen, meint Hendrik, der sich auch bereits in der Selbstorganisation des Jugendhauses engagiert.

Busnetz verbessern und Wlan ausbauen

Reiflich überlegt hat sich Leonie Eppler ihre Kandidatur. Bereits bei der Informationsveranstaltung an ihrer Schule habe sie sich dafür interessiert, berichtet die 14-Jährige, die auf das Remstalgymnasium geht. Doch der ausschlaggebende Punkt sei das vom Stadtjugendreferat organisierte Planspiel gewesen, bei dem die Teilnehmer in die Rolle eines Jugendgemeinderates schlüpfen konnten. „Ich war überrascht, was man alles machen kann. Das hat mich bestärkt.“ Wofür würde sie sich einsetzen? „Für ein verbessertes Busnetz innerhalb von Weinstadt und ein Freibad, das auch für Jugendliche interessant ist.“

Die Mobilität zu verbessern, das hat sich Thomas Engelhardt auf die Fahnen geschrieben. „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man abends nur schwer nach Strümpfelbach oder Großheppach“, sagt der 16-Jährige. Außerdem würde er sich für einen weiteren WLAN-Ausbau in der Stadt stark machen. Bislang gibt es im Jugendhaus und in der Schulmensa solche kostenlosen Internetzugänge, für deren Installation der amtierende Jugendgemeinderat sich eingesetzt hat.

Sein gleichaltriger Schulkamerad Valentin Roth will sich die Aufenthaltsräume in den Weinstädter Schulen vornehmen und verschönern. Zudem hat er von einem Auslandsaufenthalt in den USA eine Idee mitgebracht: „Es hat mir gefallen, wie Schulen dort in Turnieren gegeneinander spielen. Daher habe ich mir überlegt, dass man das auch hier, beispielsweise mit einem Fußballspiel, umsetzen könnte.“ Und wenn man schon beim Thema Sport sei: „Sofern Geld da ist, könnte man auch die Sportanlagen attraktiver gestalten.“




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