Wahlkampf im Kreis Böblingen Ein Lob für die „bodenständigen Kandidaten“ der CDU
Der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verbreitete vor der Landtagswahl viel Optimismus unter den Christdemokraten im Kreis Böblingen.
Der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verbreitete vor der Landtagswahl viel Optimismus unter den Christdemokraten im Kreis Böblingen.
Der Applaus wollte schon zu Beginn, ohne dass der Gast aus Berlin überhaupt ein Wort gesagt hatte, gar kein Ende nehmen. Der Auftritt von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann am Freitagabend vor rund 100 restlos begeisterten Anhängern im Böblinger V8-Hotel wirkte ein wenig, als stünde ein Popstar auf der Bühne.
Auf Einladung von CDU-Landtagskandidatin Regina Dvořák-Vučetić war der Generalsekretär der Bundes-CDU nach Böblingen gekommen. Seine Aufgabe war es, Unterstützung im Wahlkampf für die baden-württembergische Landtagswahl am 8. März zu geben. Er lieferte prompt: Bevor Carsten Linnemann auf die politische Situation im „Herz der wirtschaftlichen Stärke in Deutschland“ einging und gegen die politischen Gegner austeilte, brach er erst einmal eine Lanze für die beiden CDU-Landtagskandidaten im Kreis Böblingen - neben Regina Dvořák-Vučetić auch Albrecht Stickel, der der Kandidat im Wahlkreis 6 Leonberg - Weil der Stadt – Herrenberg ist. Als Mitglieder in der Regionalversammlung und dem Gemeinderat seien sie „zwei richtig bodenständige Kandidaten“, lobte der Bundespolitiker.
Dass die baden-württembergische Landtagswahl für die frühere jahrzehntelange Regierungspartei kein Selbstläufer wird, ist nicht erst seit den jüngsten Umfragen klar, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Grünen prognostizieren. „Wenn es drauf ankommt, dann duckt man sich weg“, tadelte Carsten Linnemann in deren Richtung. Die jüngste Verzögerung des Mercosur-Abkommens im Europaparlament durch die Grünen diente ihm als ein Beispiel dafür. Cem Özdemir distanziere sich immer dann von den Bundes-Grünen, wenn es ihm im Land politisch nutze, warf er dem Grünen-Spitzenkandidaten außerdem politischen Opportunismus vor. „Eine Stimme für die AfD ist eine Stimme für einen grünen Ministerpräsidenten“, bekam auch die Oppositionspartei auf der rechten Seite ihr Fett ab.
Ansonsten aber verbreitete Carsten Linnemann viel Optimismus in den eigenen Reihen. „Zuversicht, das ist die CDU“, rief er seinen Mitstreitern zu. In seinen Ausführungen streifte er zu hohe Lohnnebenkosten, forderte mutige Reformen und Bürokratieabbau. „Stuttgart 21 ist ein Synonym für den Zustand unseres Landes“, antwortete er auf eine Frage aus dem Publikum zum immer weiter verzögerten Großprojekt. „Das muss man menschlich sehen und jetzt ist auch gut“, verteidigte er wiederum den baden-württembergischen CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel gegen Anfeindungen wegen eines länger zurückliegenden launigen Interviews mit sexistischen Aussagen zu Schülerinnen.
„Er ist jemand der Mut macht“, hatte Regina Dvořák-Vučetić zum Auftakt den Wahlkampfhelfer aus Berlin begrüßt. „Wir wollen wieder die stärkste Kraft in Baden-Württemberg werden“, erklärte die Kandidatin für den Wahlkreis Böblingen selbstbewusst. Machern und Gründern den grünen Teppich auszurollen gehört ebenso zu ihrem Programm wie Nulltoleranz gegenüber Kriminalität, manifestiert auch in der Videoüberwachung unter anderen am Böblinger Bahnhof. Dass bei der Landtagswahl nicht nur die Erststimme an Regina Dvořák-Vučetić oder Albrecht Stickel gehen soll, sondern auch die Zweitstimme an die CDU, wie vom CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz postuliert, schien in dieser Runde ohnehin selbstverständlich.