„Wahllokal“ Ratskeller in Stuttgart Umfassender Umbau geplant

Wochenendbeilage : Ingmar Volkmann (ivo)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Als Scheibenkleister stellte sich einige Jahrzehnte später die sportliche Einlage des Christoph Palmer im Ratskeller heraus. Der Staatsminister hatte 2004 als Kreisvorsitzender der CDU den OB-Wahlkampf von Wolfgang Schuster organisiert. Mit einem Glas Weizenbier in der Hand trat er am 24. Oktober 2004 auf den Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer zu und verpasste ihm drei saftige Watschen. Pfeiffer hatte sich für die Ablösung Erwin Teufels als Ministerpräsident ausgesprochen, Palmer war Teil des Teufel-Lagers. Die politische Karriere Palmers war nach diesem Austausch von Zärtlichkeiten unter Parteifreunden zu Ende.

Carls Brauhaus als Vorbild

Ob der Ratskeller nach der Gemeinderatswahl am Sonntag wieder Bühne für ein solch kurzweiliges politisches Theater sein wird, darf bezweifelt werden. Das gastronomische Museum müsste dringend modernisiert werden, um wieder eine hübsche Bühne für den politischen Austausch zu vorgerückter Stunde zu bieten, heißt es im Rathaus. „Carls Brauhaus ist zum Beispiel sehr schön geworden. Dort hast du nicht das Gefühl, dass du nach einem langen Abend unter dem Tisch vergessen wirst“, sagt ein Rathaus-Mitarbeiter. „Durch die unterschiedlichen Räume werden dort unterschiedliche Zielgruppen angesprochen. Das wünsche ich mir auch von unserem Ratskeller.“

Dieser Wunsch könnte bald erhört werden. „Wir haben der Stadt unsere Pläne für einen umfassenden Umbau präsentiert“, sagt Ratskeller-Geschäftsführerin Birgit Grupp. Sie selbst sei mit der letzten Renovierung selbst nicht sehr glücklich: „Das Restaurant kann eine optische Umwandlung dringend vertragen.“




Unsere Empfehlung für Sie