Wahlserie: Drackenstein Der Hang zur Selbstständigkeit

Drackenstein will selbstständig bleiben und wirbt daher um neue Einwohner. Foto: Pascal Thiel
Drackenstein will selbstständig bleiben und wirbt daher um neue Einwohner. Foto: Pascal Thiel

Drackenstein ist die kleinste Gemeinde in der Region Stuttgart. Der Erhalt der Eigenständigkeit ist am berühmte Drackensteiner Hang deshalb einer der wichtigsten kommunalpolitischen Dauerbrenner.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)
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Drackenstein - Was ist der Unterschied zwischen der Freien Bürgerliste und der Unabhängigen Bürgerliste? Eigentlich nur die Namen der Kandidaten. In der politischen Orientierung dürfte es hingegen keine großen Differenzen geben. „Wir haben nur eine Gesinnung, und das ist die Ortschaft“, sagt Franz Schulz. Er ist stellvertretender Bürgermeister und wäre so etwas wie der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Bürgerliste, wenn es in der Gemeinderatsarbeit so etwas gäbe.

Unterdrackenstein verzichtet

Oberstes Ziel der Drackensteiner Kommunalpolitik bleibt es daher, die Selbstständigkeit der kleinsten Gemeinde in der Region Stuttgart zu sichern. Eine Voraussetzung dafür ist, alle fünf Jahre genügend Kandidaten für die Wahl zu finden. Obwohl drei langjährige Ratsmitglieder ausscheiden und vor rund einem Jahr der letztmalige Stimmenkönig Hans Staudenmaier junior starb, ist dies wieder einmal gelungen. Elf Drackensteiner bewerben sich um die acht Sitze, was auch die Notwendigkeit erklärt, sich auf zwei Listen zu verteilen. Auf die komplizierte unechte Teilortswahl, die Unterdrackenstein, wo nur 60 der 430 Einwohner wohnen, zwei Sitze im Gemeindeparlament garantierte, wird diesmal übrigens verzichtet. Die Unterdrackensteiner würden bestimmt auch so im Gemeinderat vertreten sein, ist der ehrenamtliche Bürgermeister Klaus-Dieter Apelt sicher, zumal es dort ein Problem zu lösen gilt: was soll aus dem ortsbildprägenden, aber maroden alten Schulhaus werden?

Wer hilft dem Mann vom Bauhof?

Ansonsten gelte es, die Infrastruktur weiter zu verbessern. Beim Ausbau des Kindergartens für die Betreuung der Unter-Dreijährigen ist dies bereits gelungen. Drackenstein, das jährlich rund eine Million Euro zur Verfügung hat, ist trotzdem schuldenfrei geblieben. Nun gehe es um den Bauhof. Bisher erledigt eine 60-Prozent-Kraft alle Arbeiten. „Aber vieles kann man schlecht alleine machen“, sagt Schulz. Er hofft deshalb auf ein Zusammengehen mit dem Nachbarn in Hohenstadt. Auch sonst werden viele gemeindliche Aufgaben über den Gemeindeverwaltungsverband von den Nachbarkommunen übernommen. Im Drackensteiner Rathaus selbst arbeitet neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister nur eine Teilzeitkraft.

Drackenstein auf einen Blick

Einwohner: 430

Bürgermeister: Klaus-Dieter Apelt (parteilos) seit 2007

Zurzeit im Gemeinderat: Freie Bürgerliste: 4; Unabhängige Bürgerliste: 5

In der Serie zur Gemeinderatswahl beleuchten wir die Ausgangslage jeder Kommune im Kreis vor der Wahl am 25. Mai.




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