Waldenbuch Ritter Sport investiert 15 Millionen in Neubau

Das neue Verwaltungsgebäude des Waldenbucher Schokoladenherstellers Ritter Sport soll an der Ostfassade an den bestehenden Büro-Komplex andocken. Teile des überplanten Geländes sind bereits mit einem Zaun abgegrenzt. Foto: Claudia Barner
Das neue Verwaltungsgebäude des Waldenbucher Schokoladenherstellers Ritter Sport soll an der Ostfassade an den bestehenden Büro-Komplex andocken. Teile des überplanten Geländes sind bereits mit einem Zaun abgegrenzt. Foto: Claudia Barner

Die Verwaltungszentrale aus den 80er Jahren ist zu eng geworden, der Schokoladenhersteller aus Waldenbuch will wachsen. Ein Erweiterungsbau soll Raum für neue Mitarbeiter schaffen. Und die arbeiten künftig ganz anders als gewohnt.

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Waldenbuch - Für die kleine Schönbuchstadt Waldenbuch sind es zuckersüße Nachrichten: Die Firma Ritter Sport investiert in den Standort im Aichtal und will das bestehende Verwaltungsgebäude für rund 15 Millionen Euro erweitern. Mit dem Bau soll im Januar 2019 begonnen werden. Mitte 2020 will man die neuen Räume beziehen. „Wir wachsen und müssen Platz für neue Mitarbeiter schaffen. Schon heute sind wir mit den Räumen in unserem Bürobereich am Anschlag“, sagte Ivo Buncuga, der Technische Leiter des Unternehmens, bei der Präsentation des Bauantrags im Gemeinderat.

Künftig sollen die Wege kürzer und Absprachen einfacher werden. Weil der Platz in der Firmenzentrale aus den 80er Jahren knapp ist, ist die Abteilung für Finanzen und Controlling derzeit im benachbarten Museumsbau untergebracht. Die Experten für Forschung und Entwicklung tüfteln jenseits der Alfred-Ritter-Straße in einem gesonderten Gebäude an ihren Innovationen. Ivo Buncuga ist überzeugt: „Mit dem Neubau werden die Zusammenarbeit verbessert und die Kommunikation gestärkt.“

Kleinteilige Bürostruktur ist passé

Quadratisch, praktisch, gut – der Slogan des Süßwarenherstellers spiegelt sich auch in der Optik des geplanten Neubaus wider. Er soll über eine Galerie an die Ostfassade des bestehenden Gebäudes angebunden werden und durch seinen funktionalen Stil ein einheitliches Bild vermitteln. Bunte Akzente setzt im Inneren des Gebäudes dann die von der Firma entwickelte Schokoladen-Vision 2025. „Wir schaffen ein zeitgemäßes Umfeld für neue Arbeitsweisen“, stellte der Technikexperte in Aussicht.

Was das bedeutet, hat seine Abteilung in den vergangenen drei Monaten bereits getestet. Die kleinteilige Bürostruktur ist passé. Die Wände wurden abgebaut. Gemeinsam mit einem Experten für Innenausstattung wurde ein neues Konzepte für die gemeinsame Fläche entwickelt. Dort gibt es Stehboxen, Alkoven, einen Konferenzraum mit variablem Vorhang, Telefon-Inseln, Treffpunkte und eine Konzentrationsecke. „Jeder findet in diesen Räumlichkeiten den Bereich, der auf seine aktuellen Anforderungen abgestimmt ist“, berichtete Ivo Buncuga.

Wegen des Hochwasserschutzes sind Ausgleichsflächen nötig

Im Endausbau soll der neue Verwaltungstrakt mit einer Höhe von 22 Metern und 24 700 Kubikmetern umbautem Raum etwa so hoch und so groß werden wie der bestehende Bürokomplex. Das Unternehmen will bei der Umsetzung schrittweise vorgehen. Bis Mitte 2020 werden zunächst vier Stockwerke fertiggestellt und bezogen. Die Option auf ein fünftes Stockwerk hält man sich offen. „Dieser Bauabschnitt wird erst umgesetzt, wenn es die Umstände erfordern“, erklärte Projektleiter Ernst Tritt. Er hat aber nicht nur Grundrisse und Pläne im Blick. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt bei seiner Arbeit eine wichtige Rolle. 400 Quadratmeter Fotovoltaik, die geothermische Aktivierung der Bohrpfähle und der Anschluss ans firmeneigene Blockheizkraftwerk gehören zum Gesamtkonzept. Das Gebäude soll später von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert werden.

Da die Waldenbucher Schokoladenfabrik im sogenannten HQ 100-Gebiet liegt, spielt im Genehmigungsverfahren auch der Hochwasserschutz eine Rolle. 90 Kubikmeter Retentionsfläche fallen durch die Erweiterung weg. Auf einem Grundstück Richtung Rohrwiesensee soll dafür ein Ausgleich geschaffen werden. Das Böblinger Landratsamt hat für die Maßnahme bereits grünes Licht gegeben.

Veränderungen ergeben sich durch das zusätzliche Gebäude zudem im Zufahrtsbereich der Schokoladenfabrik. Die drei bestehenden Einfahrten aufs Firmenareal bleiben erhalten, um Rückstaus auf die Landestraße zu vermeiden. Von den beiden Ausfahrten wird jedoch eine gestrichen. „Wir haben das geprüft. Es reicht“, versicherte der Projektleiter. Auch für die Pforte gibt es eine neue Lösung. Das kleine Häuschen am Mitarbeiter-Parkplatz hat ausgedient. Künftig findet der Anmeldebereich im Erdgeschoss des Neubaus Platz.




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