Leiche, Spurensicherung, Hinweise, Verdächtige – und natürlich der Mörder: Das sind die Zutaten für einen klassischen Krimi. Das alles wird sich bald auch im Schmellbachtal zwischen Leinfelden-Echterdingen und Stuttgart-Rohr finden. Allerdings mit dem Unterschied, dass hier nicht Kriminalbeamte den Täter dingfest machen sollen, sondern Hunde. Ab Samstag, 27. Mai, ermittelt im Grünen rund um den Waldgasthof Schmellbachtal die Soko Wuff. Bei der Fahndung heißt es in erster Linie: immer der Nase nach.
Mensch und Hund lösen gemeinsam einen Fall
Die neue Veranstaltungsreihe haben sich Jessica Göthel und Julian Schramm, die das Ausflugslokal 2021 gekauft und umgebaut haben, gemeinsam mit dem Hundetrainer Ben Merx aus Oberstenfeld ausgedacht. Dieser hat das Konzept im Landkreis Ludwigsburg und drumherum schon mehrfach umgesetzt. „Ich entwickle auch eigene Fälle, die zu uns in die Landschaft passen“, sagt er. Die Idee: Hundehalter und ihre Tiere begeben sich gemeinsam auf eine zwei- bis dreistündige Wanderung durch den Wald, und dabei finden sie Hinweiskarten, die zur Aufklärung eines ausgedachten Kriminalfalls beitragen sollen. Aufspüren sollen diese und andere Tipps die Tiere, geleitet von einer Fährte aus Leberwurstwasser. „Die Hunde sind die Ermittler“, sagt Jessica Göthel.
Die ungewöhnliche Schnitzeljagd soll die Beziehung zwischen Mensch und Haustier stärken und einfach Spaß machen. Krimispiele, Exit Games, Escape-Räume und ähnliche Rätseleien sind seit längerer Zeit bereits im Trend. Und die Natur im Schmellbachtal biete sich einfach an, sagt Jessica Göthel. „Ich liebe solche Spiele“, erklärt sie. Sie und ihr Lebensgefährte haben zudem selbst fünf Hunde namens Rudi, Bella, Lenny, Lasse und Maja. Grundsätzlich will sich das Ausflugslokal künftig mehr in Richtung Events orientieren. „Wir haben viele Nachfragen von Firmen“, sagt sie, etwa zu Teambuildingangeboten. Auch Krimidinner kann sie sich im Lokal vorstellen.
Beim ersten Fall geht es um eine tote Imkerin
Die Premiere von Soko Wuff wird am Samstag, 27. Mai, ab 10 Uhr sein, weitere Termine sind für den 5. August und den 23. September anberaumt. Anmeldungen werden über die Homepage des Waldgasthofs Schmellbachtal entgegengenommen. Teilnehmen können pro Fall zehn bis zwölf Mensch-Hund-Teams. Das erste Rätsel steht auch schon fest: Eine Imkerin wird tot am Waldrand aufgefunden. Aus der Luft gegriffen sind zumindest die Rahmenbedingungen nicht. „Wir haben auch Bienen. Wir sind gerade dabei, das dritte Volk aufzubauen“, erklärt Jessica Göthel. Dafür, dass es zwischen den einzelnen Hundekommissaren bei der Täterjagd keine Kabbeleien gibt, will der Hundetrainer Ben Merx auf den Touren sorgen. „Es soll für alle entspannt ablaufen.“