Freude in der Wilhelma: Dort ist ein männliches Okapi zur Welt gekommen. Er hat auch schon einen Namen: Makasi. Und der schüchterne Nachwuchs ist nun auch draußen zu sehen.

Lokales: Iris Frey (if)

Bereits Anfang Juni ist in der Stuttgarter Wilhelma ein männliches Okapi-Kalb geboren worden, welches zu den kurzhalsigen Waldgiraffen gehört, die ursprünglich in den tropischen Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo leben. Tierpfleger haben das Kalb Makasi getauft. Das heißt in der kongolesischen Sprache Lingala so viel wie „stark“ oder „kräftig“, so Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann. Makasi sei nun immer häufiger auf der Außenanlage zu sehen. Warum das Kalb sich erst jetzt im Alter von rund einem Monat draußen zeigt, weiß Daniel Wenning, Leiter des Reviers für afrikanische Huftiere in der Wilhelma: „Okapis sind sogenannte Ablieger. Das bedeutet, dass die Jungtiere in den ersten Lebenswochen regungslos an einem versteckten Ort verharren. Nur zum Säugen laufen sie aktiv zum Muttertier und kehren dann an ihren Liegeplatz zurück.“

 
Nur zum Säugen läuft das Kalb zum Muttertier. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Das Besondere: Da Okapi-Kälber vollkommen geruchlos seien und rund 50 Tage nach der Geburt erstmals Kot absetzen, seien sie in der Natur für Fressfeinde kaum aufzuspüren. Auch ihre Fellzeichnung bildet eine perfekte Tarnung am Waldboden. „Mittlerweile ist unser Jungtier aber in einem Alter, in dem es aktiver wird und immer besser zu sehen ist“, so Wenning.

Eltern sind Mutter Nyota und Bulle Imba

Die Eltern von Makasi sind die 13 Jahre, in der Wilhelma geborene Nyota, und der 18 Jahre alte Bulle Imba. Beim ihm handelt es sich um eine Nachzucht aus den USA. Über den Zoo im schweizerischen Basel, wo er seit 2013 zum Arterhalt beitrug, kam er im vergangenen Jahr in die Wilhelma. Kuratorin Ulrike Rademacher freut sich, dass sich so schnell Nachwuchs eingestellt hat: „Da Imba in den USA zur Welt gekommen ist und damit mit den wenigsten in europäischen Zoos lebenden Okapis näher verwandt ist, ist er genetisch sehr wichtig.“

Seit 1989 insgesamt 15 erfolgreiche Nachzuchten in Wilhelma

Mit mittlerweile 15 erfolgreichen Nachzuchten seit 1989 habe die Wilhelma einen erheblichen Beitrag für die europäische Reservepopulation geleistet, erklärt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. Denn aufgrund der zurückgezogenen Lebensweise der Okapis und den teils schwer zugänglichen Habitaten in einem politisch instabilen Raum existieren keine zuverlässigen Bestandszahlen. Aber die Spezies sei stark bedroht durch die Rodung von Regenwäldern und Wilderei. „Gerade für Arten wie das Okapi haben wir Zoos daher eine besondere Verantwortung“, so Kölpin, „außerdem geben wir – wie alle Zoos, die Okapis halten – eine finanzielle Unterstützung für das Okapi Conservation Project im kongolesischen Ituri Forest.“