Waldheim Degerloch Wird es eine Herberge für Flüchtende?

In Degerloch sind laut Bezirksvorsteher Marco-Oliver Luz aktuell etwa 85 Menschen aus der Ukraine untergekommen. Foto: dpa/Sven Hoppe

Die Unterbringung von Ukrainern ist auch in Stuttgart-Degerloch ein zentrales Thema. Womöglich soll ein ukrainisches Kinderheim im evangelischen Waldheim untergebracht werden.

Rund 300 Menschen aus der Ukraine treffen derzeit täglich in Stuttgart ein. Vertriebene, wie Marco-Oliver Luz, Bezirksvorsteher von Degerloch, in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats betont. Noch vor wenigen Wochen hätten die Flüchtenden, so makaber es klinge, offiziell nur „Touristenstatus“ gehabt. Nun ist ihre Notsituation amtlich anerkannt. Sie haben ein Recht auf Sozialleistungen und Unterbringung. In Degerloch sind laut Luz aktuell etwa 85 Ukrainer untergekommen. Bei Verwandten oder privat, vermittelt über den Freundeskreis Degerlocher Flüchtlinge, der in Kooperation mit dem Bezirksrathaus kostenfreien Wohnraum vom verwaisten Kinderzimmer bis zur leer stehenden Wohnung verfügbar macht. Drei Kriegsvertriebene konnten in der Flüchtlingsunterkunft an der Helene-Pfleiderer-Straße untergebracht werden. Weitere Kapazitäten gibt es dort nicht. Luz lässt keinen Zweifel daran, dass die größten Herausforderungen noch bevorstehen. „Wir sind momentan mit der Erstphase der Grundversorgung beschäftigt“, stellt er klar. Die Situation ändere sich nahezu täglich. Kritik an der Entscheidung, die Wohncontainer auf der Waldau abzubauen, weist er zurück. Mangelhafte Isolierung und Kondenswasser in den Containern hätten zu einem Zustand geführt, den er „nicht einmal seinen Reitpferden zumuten“ würde, so Luz.

 

Es gibt erste Gespräche bezüglich des Waldheims

Eine besondere Rolle könnte dem evangelischen Waldheim Degerloch zukommen. Mit dem Sozialamt und der Bürgermeisterin Isabel Fezer, zuständig für Jugend und Bildung, laufen Gespräche über die mögliche Unterbringung eines ukrainischen Kinderheims auf dem Gelände. Auch das Sozialministerium des Landes und das Bundesfamilienministerium sind involviert. Die Idee: Heimkinder sollen als Gemeinschaft aus Kriegsgebieten nach Deutschland gebracht werden. Zusammen mit Betreuerinnen und Betreuern. „Sie haben nichts mehr, außer dem Zusammenhalt in der Gruppe“, sagt Marco-Oliver Luz. Es gelte nun, die Ergebnisse der Abstimmung zwischen den zuständigen Stellen abzuwarten. Das Bezirksamt werde eine Waldheim-Unterbringung definitiv unterstützen.

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