Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt der Inhaber René Bossert schriftlich: „Die Anlage im Schmellbachtal gibt es noch immer und wird jetzt von denen betrieben, die ursächlich für unseren Entschluss verantwortlich sind, den Standort aufzugeben. Wir – als Marke und Unternehmen Waldklettergarten Stuttgart – betreiben aber ab dieser Saison nur noch den Klettergarten in Zuffenhausen.“ Mehr wolle er dazu nicht sagen, das Thema Schmellbachtal sei für ihn abgeschlossen.
Junges Paar ist neuer Eigentümer des Waldgasthofs
Fakt ist, dass das junge Paar Jessica Göthel und Julian Schramm seit Ende 2021 Eigentümer des Waldgasthofs Schmellbachtal ist. Die beiden haben das Waldheim-Gelände und das Gebäude vom Katholischen Stadtdekanat Stuttgart gekauft. Der benachbarte Klettergarten inklusive Grundstück gehört einem Unternehmer aus Pforzheim, die Firma Waldklettergarten Stuttgart war Pächter. Diese wiederum nutzte jedoch seit jeher die Infrastruktur des Waldgasthofs, also zum Beispiel die Parkplätze, Toiletten, Strom und Internet. Und eigentlich hätten sich beide Seiten – Gastronomie und Outdoor-Event – gegenseitig befruchten können und sollen.
„Wir waren anfangs auch total happy über den Klettergarten, denn er bringt Gäste, ohne dass wir etwas dafür tun müssen“, sagt Jessica Göthel, die Geschäftsführerin des Waldgasthofs. Gemeinsam habe man sich Konzepte überlegt, doch dann seien „zwei Interessenfelder“ miteinander kollidiert. „Wir als Gastro-Event-Location haben den Fokus auf dem Wochenende. Der Klettergarten hat aber auch viele Angebote unter der Woche gemacht“, nennt Jessica Göthel ein Beispiel. Der Konflikt habe sich zugespitzt, es habe viel Unmut gegeben, und das Klettergarten-Team habe sich nicht an Absprachen gehalten. „Wir haben dann die Reißleine gezogen“, sagt Jessica Göthel.
Die Anlage im Schmellbachtal besteht seit 13 Jahren
Das Ergebnis ist, dass Jessica Göthel und Julian Schramm nun auch den Klettergarten betreiben. „Wir konnten mittlerweile einen Parkmanager verpflichten und haben Schulungen zum Hochseilgartentrainer absolviert“, sagt Jessica Göthel und ergänzt: „Es war nicht unser Plan, den Klettergarten zu übernehmen, es war eine Entwicklung, die am Ende keine andere Lösung zuließ.“
René Bossert vom Waldklettergarten Stuttgart sieht das ganz anders. „Dass wir uns nicht an Absprachen gehalten haben, stimmt nicht. Wir haben extrem viel in die Zusammenarbeit mit dem Waldgasthof investiert, aber dieser war nicht an einer Zusammenarbeit interessiert“, sagt er. Die Gäste des Klettergartens seien angegangen worden, die Situation sei ständig eskaliert. Im Oktober habe man dann vom Pforzheimer Eigentümer des Klettergartens erfahren, dass man auf dem Gelände im Schmellbachtal nicht mehr erwünscht sei. René Bossert bedauert dieses Ende. „Ich habe den Klettergarten aufgebaut. Wir waren 13 Jahre dort und haben viel gemacht und investiert. Der Klettergarten im Schmellbachtal war 100 Prozent mein Ding.“
Die beiden Klettergärten
Klettergarten Zuffenhausen
Es ist der einzige innerstädtische Waldhochseilgarten, die Parkours sind nach Stuttgarter Besonderheiten benannt. Neben zwei Einweisungsstrecken in etwa einem Meter Höhe stehen acht Route mit mehr als 80 Kletterelementen zur Verfügung. Geöffnet ist aktuell am Wochenende von 12 bis 19 Uhr. Gruppen können auch außerhalb dieser Zeiten Termine buchen. Im Schmellbachtal 2022 erworbene Gutscheine und Rabattkarten können im Klettergarten Zuffenhausen eingelöst werden. Alle weiteren Infos unter www.waldklettergarten-stuttgart.de.
Klettergarten Schmellbachtal
Die Anlage bietet zehn Routen in vier Schwierigkeitsstufen mit mehr als 100 verschiedenen Elementen. Darunter sind auch 19 Seilrutschen, die längste ist 90 Meter lang. Klettern kann, wer mindestens sechs Jahre alt ist und in eine Höhe von 1,60 Meter greifen kann. Geöffnet ist donnerstags und freitags von 14 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 19 Uhr. Alle weiteren Infos unter www.waldgasthof-schmellbachtal.de.