Waldorfkindergarten Sillenbuch Kommt jetzt Bewegung in die Kita-Interimssuche?

Der Waldorfkindergarten Sillenbuch muss dringend saniert werden – allerdings fehlt ein Ausweichquartier für die rund 100 Kinder, die ihn besuchen. Foto: Caroline Holowiecki

Der Sillenbucher Waldorfkindergarten muss dringend saniert werden, findet aber kein Ausweichquartier. Nach einem Hilferuf im Bezirksbeirat macht nun die Lokalpolitik Druck.

Ändert sich bald etwas an der Sillenbucher Kita-Misere? In der jüngsten Sitzung des örtlichen Bezirksbeirats haben Vertreter des Fördervereins des Waldorfkindergartens am Himbeerweg die Öffentlichkeit gesucht. Sie stecken in einer Zwickmühle. Das in Teilen gut 50 Jahre alte Gebäude, in dem wochentags an die 100 Kinder gehütet werden, muss dringend saniert werden. Im laufenden Betrieb geht das nicht, daher muss während der etwa 18-monatigen Bauphase ein Interimsquartier her. Das lässt sich allerdings nicht auftreiben.

 

Fördergelder in Millionenhöhe könnten verfallen

Der Vorstand ist nach eigenen Angaben seit zehn Monaten auf der Suche und hat sich in der Zeit 20 Optionen und Objekte in Sillenbuch und auch drüber hinaus angeschaut. Nichts sei geeignet gewesen. Zwischenzeitlich ist der Plan gereift, Container auf eine Freifläche zu stellen. Gut 600 Quadratmeter werden benötigt. Vorgeschlagene Areale habe die Stadt indes abgelehnt. Gleichzeitig drängt die Zeit. Kommunale Fördergelder in Millionenhöhe verfallen, wenn sie nicht rechtzeitig abgerufen werden, heißt es aus der Einrichtung.

Vorstandsmitglied Marco Grünke /Caroline Holowiecki

Marco Grünke, Mitglied des Kita-Vorstands, betonte gegenüber unserer Zeitung: Wird nicht rechtzeitig ein Ausweichquartier gefunden, muss der Kindergarten während der Bauphase schließen. Das hat die Lokalpolitik aufgeschreckt. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat macht nun Druck. Sie hat einen Antrag formuliert, wonach dem Kindergarten rasch geholfen werden soll. „Ein Interimsstandort muss umgehend und unbürokratisch gefunden werden. Die Stadtverwaltung ist hier in der Pflicht, eine Lösung zu liefern“, heißt es dort. Aufgrund der Dringlichkeit solle das Thema auf der nächstmöglichen Tagesordnung des zuständigen Ausschusses landen. Dort wollen die Christdemokraten unter anderem erfahren, welcher Standort warum abgelehnt wurde.

Welche vier Interimsstandorte der Kita-Vorstand ins Auge gefasst hatte, war bereits in der Sitzung des Bezirksbeirats bekannt geworden – inklusive der Begründungen, die die Stadt für eine Absage geliefert haben soll. Wie aus einer Präsentation herging, war der Friedhofsparkplatz an der Ecke Höhenringweg und Kirchheimer Straße – dort wird ab etwa 2028 die neue Feuerwache gebaut – von der Verwaltung wegen fehlender Wasser- und Abwasseranschlüsse abgelehnt worden. Standort Nummer zwei, die sogenannte Bernsteinwiese im Heumadener Gebiet Über die Straße, die laut Flächennutzungsplan sowieso für einen Kindergartenbau vorgehalten wird, ist demnach wegen anderer vorrangiger Bedarfe rausgeflogen. Eine Fläche an der Gorch-Fock-Straße beim Clara-Zetkin-Haus dürfe aus baurechtlichen Gründen nicht mehr bebaut werden, und auch Vorschlag vier, eine Fläche am Hang unmittelbar neben der bestehenden Kita, gehe nicht, weil Container laut Stadtverwaltung die Aussicht von einer Plattform an der Kernenblickstraße stören würden.

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